Der HSV entlässt Christian Titz und reagiert damit auf die schwachen Ergebnisse und harmlosen Offensiv-Vorstellungen der vergangenen Wochen. Ein prominenter Nachfolger steht auch schon parat.


Überraschung an der Elbe: Der ​HSV trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Christian Titz - und hat einen Nachfolger bereits parat. Ex-Stuttgart-Coach Hannes Wolf übernimmt mit sofortiger Wirkung. Das gaben die Hamburger am Dienstagnachmittag offiziell bekannt.


Wie es in der Stellungnahme heißt, teilten Sport-Vorstand Ralf Becker und Präsident Bernd Hoffmann Christian Titz "am heutigen Morgen in einem persönlichen Gespräch mit, dass der HSV-Coach beurlaubt wird. 

Der 47-Jährige war erst im März als Trainer der zweiten Mannschaft befördert worden, konnte den ersten Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte zwar nicht mehr abwenden, implementierte aber einen neuen, offensiveren Spielstil. Bei vielen HSV-Fans genoss er auch deshalb hohes Ansehen.


In den letzten Partien geriet der HSV-Motor allerdings erheblich in stocken. Nur eines der vergangenen fünf Spiele konnte der große Aufstiegsfavorit für sich entscheiden. Lediglich zwei Treffer gelangen der Titz-Truppe dabei. In der Tabelle stehen die Rothosen dennoch weiter auf dem fünften Rang, nur zwei Zähler hinter Tabellenführer Köln.


"Es gehört zu unserer Verantwortung, die sportliche Situation sachlich zu analysieren. Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass wir leider nicht die angestrebte Entwicklung genommen haben und ein erhöhtes Risiko sehen, dass wir unser Saisonziel verfehlen werden“, erklärte Ralf Becker.


Offenbar hatte man bei den HSV-Bossen große Sorge, das Ziel Wiederaufstieg zu verpassen. In Hannes Wolf wurde ein junger Coach verpflichtet, der aber schon weiß, wie man als Favorit den Gang zurück in die Bundesliga schafft. 2017 wurde der 37-Jährige mit dem VfB Zweitliga-Meister, musste nach einer Ergebniskrise in der ​Bundesliga aber im Januar seinen Hut nehmen und war seither ohne Klub. Am Mittwochvormittag soll Wolf seine erste Trainingseinheit leiten.


Titz ist bereits der fünfte Trainer, der in der noch jungen Spielzeit im ​Unterhaus seinen Hut nehmen muss.