Am Mittwoch trifft der BVB im heimischen Signal-Iduna-Park auf Atletico Madrid. Wir geben einen Ausblick auf den dritten Spieltag der diesjährigen Champions-League-Vorrunde und schätzen ein, ob der Siegeszug der Dortmunder auch in der Königsklasse anhält.


27 Tore in acht Bundesligapartien, ungeschlagen in allen bisherigen Pflichtspielen und auch in der Champions League grüßt der ​BVB in Gruppe A vom Platz an der Sonne – doch nun kommt eine echtes europäisches Schwergewicht in den Ruhrpott. Mit Atletico Madrid trifft der BVB auf den amtierenden Europa-League-Titelträger und Champions-League-Finalisten von 2016. Eine richtige Bewährungsprobe also für das junge Dortmunder Team.


Atletico belegt aktuell Rang fünf in der spanischen Meisterschaft und stellt mit nur fünf Gegentreffern in neun Ligaspielen die beste Defensive in La Liga. Kehrseite der Medaille: lediglich zehn erzielte Tore schlagen bei den Madrilenen zu Buche. Doch ausgerechnet in der Generalprobe am vergangen Samstag beim FC Villarreal wankte die Defensive bedenklich und konnte insbesondere mit schnellen und vertikal orientierten Kombinationen aus den Angeln gehoben werden. Atletico konnte es besonders dem stark aufgelegten Torhüter Jan Oblak und einer Armada aus Schutzengeln verdanken, dass die Partie am Ende sehr glücklich mit 1:1 endete - auch wenn Lemar in den Schlussminuten freistehend aus fünf Metern neben das Tor köpfte und seinem Team den Lucky Punch verwehrte.

Borussia Dortmund v FC Augsburg - Bundesliga

Marco Reus ist momentan in bestechender Form und Dreh- und Angelpunkt der Borussia


Hier könnte eine Chance für den BVB liegen, besticht die Offensive der Dortmunder neben der rekordverdächtigen Treffsicherheit doch insbesondere mit Tempo und direkten Kombinationen. Zu viel Aussagekraft sollte man dem Auftritt von Atletico am Samstag gegen Villarreal jedoch nicht beimessen, behielt Simeone zwei seiner Asse im Ärmel: Abwehrchef Godin wurde nach den Länderspielen geschont und auch Stürmerstar Diego Costa durfte sich nach seiner Verletzung weiter ausruhen, um noch rechtzeitig für das Aufeinandertreffen mit Dortmund fit zu werden. 


Laut der spanischen Marca trainiert Costa inzwischen wieder beschwerdefrei, soll aber behutsam aufgebaut werden, um weitere Muskelprobleme zu vermeiden. Eine Option von der Bank wird Costa am Mittwoch jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach sein. Und somit auch ein gewichtiges Risiko für die Dortmunder Hintermannschaft. 


Nach den Ausfällen von Schmelzer und Akanji und dem Trainingsrückstand von Ömer Toprak, verfügt der BVB zwar über eine zweifelsohne äußerst talentierte, aber international unerfahrene Abwehrkette, die sich auf europäischem Parkett erst noch ihre Sporen verdienen muss. Hier werden insbesondere Spieler wie Piszczek, Witsel, Delaney und Reus gefordert sein, den jungen Shootingstars in schwierigen Phasen Halt und Sicherheit zu geben. 


Vielleicht kann auch Mario Götze eine ernsthafte Option für die Partie sein. Das ausreichende Maß an Erfahrung hat er sich zweifelsfrei in seinen zahlreichen internationalen Spielen erarbeitet – darüber hinaus verfügt Götze über eine sehr gute Passqualität und könnte das Spiel der Dortmunder aus den hinteren Reihen strategisch gestalten. Atletico wird aller Voraussicht nach im traditionellen 4-4-2 mit zwei Sechsern anreisen und auf Kompaktheit, Zweikampfstärke und viel Speed im Umschaltspiel über Antoine Griezmann setzen. Hier könnte der ein oder andere kluge Pass in die Zwischenräume und Schnittstellen von Nöten sein, um das Tor von Jan Oblak in Bedrängnis zu bringen.


Auf jeden Fall erwartet uns am Mittwoch ein richtiger Leckerbissen und ein absolutes Topspiel unter Flutlicht – das Ganze noch vor der gelben Wand. Wir freuen uns darauf!