Eigentlich hatten die Verantwortlichen von ​Bayer Leverkusen gehofft, dass der Bock nach dem schwachen Saisonstart wieder umgestoßen würde. Doch davon ist aktuell keine Spur: Nach dem späten 2:2 gegen Hannover 96 äußerten die Fans zunehmend ihren Unmut und forderten den Rauswurf von Trainer Heiko Herrlich. Der 46-Jährige darf jedoch vorerst im Amt bleiben, wie Rudi Völler erklärte.


Schon wieder warten die Leverkusener in der Bundesliga seit drei Spielen auf einen Sieg. Die bisherige Bilanz: Acht Punkte aus acht Spielen, lediglich Tabellenplatz 13. Vor der Saison wurde der Blick eigentlich auf die Champions-League-Plätze gerichtet, doch davon könne laut Kapitän Lars Bender keine Rede mehr sein: "Das wird jetzt für uns eine brutale und schwierige Saison", so der 29-Jährige laut ​Sport1. 


Nicht nur vom Ergebnis, auch spielerisch ließ das Remis gegen Hannover - mal wieder - zu Wünschen übrig. "Leider fehlt uns zurzeit absolut die Leichtigkeit, das Selbstvertrauen und auch das Spielglück in manchen Situationen", erklärte Heiko Herrlich auf der Pressekonferenz. Der verschossene Elfmeter von Wendell in der siebten Minute sei symptomatisch für die derzeitige Situation, der spätere 0:1-Rückstand durch Florent Muslija eigentlich schon die logische Konsequenz.

Zwei Mal kämpfte sich die 'Werkself' zurück. In der 34. Minute erzielte Julian Brandt den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe Karim Bellarabi in der 93. Minute den 2:2-Endstand besorgte. Bender wollte innerhalb der Mannschaft fehlende Überzeugung ausmachen, Herrlich widersprach jedoch: "Die Mannschaft hat bis zum Schluss versucht, das Spiel zu drehen."


Völler: "Es gibt kein Ultimatum"


Dennoch: In der Liga gewann man lediglich gegen Mainz 05 (1:0) und Fortuna Düsseldorf (2:1). Die Fans stellen sich verschärft gegen den Trainer, forderten in einigen Teilen bereits den Rauswurf. Davon will sich Sport-Vorstand Rudi Völler allerdings nicht blenden lassen: "Wir verlieren jetzt nicht die Nerven. Es gibt kein Ultimatum im Moment, Heiko kann in Ruhe weiterarbeiten", so der 58-Jährige.

Sport-Club Freiburg v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

  Darf vorerst im Amt bleiben: Heiko Herrlich


Zeitgleich ließ er sich ein Hintertürchen offen: "In Zürich, in Bremen und auch in Gladbach müssen wir nun aber auch mal liefern." In den kommenden drei Partien wird es für den Trainer also voraussichtlich um seinen Job gehen, Erfolgserlebnisse sind Pflicht. Das Problem: Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach befinden sich aktuell in einem Lauf, stehen in der Spitzengruppe der Tabelle. In der Europa League ist man zwar nach zwei Siegen zum Auftakt auf dem richtigen Weg, doch eine weitere Schlappe in der Liga sowie ein Aus im Pokal gegen Gladbach, wo man bereits am ersten Spieltag mit 0:2 verlor, darf sich Herrlich nun nicht mehr leisten.