Vier Millionen in Frankreich, Verzicht in Frankfurt – der deutsche Nationaltorhüter Kevin Trapp nimmt Einbußen seines vierstelligen Millionengehalts in Kauf, um wieder bei ​Eintracht Frankfurt im Tor stehen zu können. Nur dadurch können sich die Hessen den Leihspieler für diese Saison überhaupt leisten. Zudem übernimmt Paris Saint-Germain einen Teil von Trapps Gehalt, wie Bild berichtet.


Zu Beginn der Transferperiode hat sich der Nationaltorhüter noch von einer Rückkehr distanziert, aber im Laufe des Sommers wurde eine Einigung gefunden. Diese betrifft insbesondere das Gehalt, denn Trapp zählt in Frankreich zu den Top-Verdienern der Liga, wie die französische Zeitung L’Équipe aufdeckte. 400 Tausend Euro wöchentlich sollen es inklusive Boni sein. ​Umso größer war die Überraschung, als der amtierende DFB-Pokal-Sieger bekannt gegeben hat, Kevin Trapp für eine Saison zurück nach Deutschland ​zu holen.


Bei Eintracht Frankfurt nimmt Trapp eine deutliche Kürzung seines Gehalts in Kauf. Dafür kann sich Trapp nun wieder Woche für Woche im Tor beweisen, spielt in der Europa League und kann sich für DFB-Einsätze empfehlen. „Für mich war einfach klar, dass ich das unbedingt machen will, wenn ich die Gelegenheit habe, hier her zurück zu kommen“, erklärte der 28-jährige Schlussmann nach dem Wechsel.


Seine starke Frankfurter Zeit zwischen 2012 und 2015 hat den gebürtigen Saarländer nicht nur in die Nationalmannschaft, sondern 2015 auch nach Paris zum millionenschweren Scheich-Club Paris Saint-Germain geführt. Nach einer Spielzeit als Stammtorwart beim französischen Meister wurde Trapp aber zuletzt mit Alphonse Areola und Gianluigi Buffon einer harten Konkurrenz ausgesetzt. Er startete 2018/19 als Nummer Drei in die Saison, sodass ein Wechsel für die Spielpraxis wieder wahrscheinlicher wurde.

FBL-FRA-LIGUE1-PSG-PRESSER

Kevin Trapp zwischen zwei Weltmeistern - Harter Konkurrenzkampf bei PSG



Als sich Frankfurt interessiert zeigte, lag die finale Entscheidung bei Trapp. „Ich hatte verschiedene Angebote“, erklärte er bei seiner Vorstellung in Frankfurt. So hätte er auch innerhalb der Liga zum OGC Nizza gehen können, wo sein Gehalt deutlich höher ausgefallen wäre. Allerdings war scheinbar auch Nizza nicht bereit, eine Gage über die kompletten vier Millionen zu zahlen. Kurz bevor das Transferfenster schloss, kam es also zu Trapps Rückkehr zu Frankfurt.


„Es war viel Arbeit, harte Arbeit“, sagte Trapp zu den Gesprächen, „aber es hat sich gelohnt.“ Paris kommt dem Bundesligisten dabei deutlich entgegen, denn der Scheich-Club übernimmt laut Bild nicht nur einen unbekannten Teil des Salärs, sondern verlangte auch nur eine Leihgebühr von einer Million Euro. Trapp hat bei PSG noch einen Vertrag bis 2020, demnach kommt eine weitere Leihe im nächsten Jahr nur in Frage, wenn er seinen Vertrag an der Seine verlängert. Seine Zukunft ist noch ungewiss.