​Am Sonntag trennte sich der ​VfB Stuttgart von seinem Trainer ​Tayfun Korkut. Nach einer anhaltenden Ergebniskrise sah sich Sportvorstand ​Michael Reschke zu diesem Schritt veranlasst. Zwar war dieser Schritt aufgrund der sportlichen Situation durchaus nachvollziehbar, die Art und Weise der Trennung rief jedoch den Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) auf den Plan, der dem Verantwortlichen bei den Schwaben schlechten Stil vorwarf.


Dabei störte sich BDFL-Präsident Lutz Hangartner vor allem an den Lippenbekenntnissen des 61-Jährigen nach der Niederlage gegen Hannover 96. Unmittelbar nach dem Abpfiff hatte sich Reschke noch zu seinem Trainer bekannt und erklärt, dass sich die Trainerfrage beim VfB aktuell nicht stelle. 


Wie der Sportvorstand auf der gestrigen Pressekonferenz der Stuttgarter jedoch erklärte, stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, dass es am Samstagabend zu einem Krisengipfel in der Wohnung von Präsident Wolfgang Dietrich kommen wird.

Dass man dabei zu der Erkenntnis kam, in Zukunft ohne Korkut weiterarbeiten zu wollen, wirft nun ein schlechtes Licht auf den ehemaligen Chefscout des FC Bayern München. So fand Hangartner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur drastische Worte: "So eine Geschichte, dass man einem Trainer kurz nach dem Spiel den Rücken stärkt und ihn dann am Morgen danach beurlaubt, das ist ein Stil, der mit seriösem Fußball nichts zu tun hat."


Dabei unterstrich der 75-Jährige, dass es in dieser Sache keine zwei Meinungen gebe. "Die Art und Weise, wie hier mit Trainern umgegangen wird, ist nicht akzeptabel. Dass Reschke hier auch noch offen zugibt, gelogen zu haben, ist schon deswegen unmöglich, weil es hier um Menschen geht."

Dass Reschke in den letzten Tagen gegenüber der Sport BILD erklärte, dass im Fußballgeschäft ein "bisschen Flunkern" dazugehöre und es schlussendlich nur um das Wohl des Vereins gehe, war zwar wohl seine ehrliche Meinung, die Wogen glätten konnte der erfahrene Funktionär damit mit Sicherheit jedoch nicht. Da der neue Trainer Markus Weinzierl jedoch bereits am Mittwoch sein erstes Training beim VfB leiten konnte, dürften die Diskussionen um den Abgang seines Vorgängers aufgrund der Schnelllebigkeit im Fußball bald ad acta gelegt werden.