​Der ​FC Bayern München befindet sich in seiner ersten Krise in der laufenden Saison. Viele Anhänger sind frustriert und manche forderten bereits den Rausschmiss von Trainer Niko Kovac, der erst im Sommer die Mannschaft übernahm. Doch das Problem liegt nicht am Trainer, sondern an der Kaderzusammenstellung: Ein Kommentar. 


Die Verantwortlichen der Bayern um Hasan Salihamidzic, der als Sportdirektor für die Transfers an der Säbener Straße verantwortlich ist, haben Mist gebaut. Der Kader ist für die Dreifachbelastung zu klein, die Abwehr zu dünn besetzt und die Offensive zu alt. 


Kein vernünftiger Robbery-Ersatz


Mit Jerome Boateng, Mats Hummels, Niklas Süle, David Alaba, Joshua Kimmich und Rafinha besitzen die Rot-Weißen zwar fünf starke Verteidiger, haben jedoch keinen etatmäßigen Back-Up. Rafinha ist bereits 33 Jahre alt und gilt als verletzungsanfällig, auch Boateng fehlte in der Vergangenheit des Öfteren. 


Den Bayern fehlt es an Rückhalt, wenn es brenzlig wird! Mit Bernat wurde ein junger, talentierter Außenverteidiger nach Paris verkauft, jedoch kein Ersatz für den Ersatzmann verpflichtet: Die Jugend soll es richten. 

UEFA Champions League'Paris St Germain v Crvena zvezda'

Blüht bei PSG auf: Juan Bernat


Lars Lukas Mai gilt als Back-Up, falls es eng werden sollte. Doch der 18 Jahre alte Abwehrspieler besitzt im Profibereich keine Erfahrung und muss behutsam rangeführt werden. Die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters haben sich verzockt, gehofft, dass die Menge an Defensivspielern reicht. Doch bald stehen einige englische Wochen an - die erste wurde mit einem Punkt aus drei Spielen beendet. Eine Besserung ist bisher nicht in Sicht, zumal es auch in der Offensive gehörige Probleme gibt. 


Keine starke Flügelzange 


Das Sturmzentrum ist mit Robert Lewandowski und Sandro Wagner gut besetzt. Doch auf den Außen sieht die Lage eher dünn aus. Die beiden Oldies Franck Ribery (35) und Arjen Robben (34) können nicht mehr die Leistungen abrufen, für die sie bekannt waren - eine englische Woche halten sie zudem absolut nicht mehr durch. 


Zwar gibt es mit Serge Gnabry und Kingsley Coman positionsgetreuen Ersatz, doch Coman gilt als sehr verletzungsanfällig und fehlt auch jetzt wegen einer langwierigen Blessur. Gnabry ist zwar fit, jedoch mit seinen 23 Jahren noch ziemlich jung und unerfahren - gerade auf dem Niveau, auf dem sich der FCB eigentlich befindet. 

FC Bayern Muenchen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

Muss noch einiges lernen: Serge Gnabry


Die Bayern haben es im Sommer verpasst, einen starken Flügelspieler zu verpflichten. Das sogenannte "Festgeldkonto" platzt beim FCB aus allen Nähten. Über 200 Millionen Euro haben die Münchener auf der Bank. Ein Star wurde trotzdem nicht verpflichtet - auch das rächt sich nun, wenn man ein Topklub mit internationaler Bedeutung sein möchte. 


Unruhe innerhalb der Mannschaft


Zudem sorgt die Situation im Mittelfeldzentrum für Unruhe. Mit Thiago, Renato Sanches, Javi Martinez, Corentin Tolisso, Leon Goretzka und James Rodriguez kämpfen sechs Spieler um zwei, maximal drei Positionen im Zentrum des Spiels. Ergo: Das komplette Gegenteil von der Problematik, die es auf den Flügeln und in der Abwehr gibt. 

FBL-GER-BUNDESLIGA-BAYERN MUNICH-MOENCHENGLADBACH

Unzufrieden: James Rodriguez


Allesamt haben den Anspruch, dass sie spielen. Doch nur die Hälfte des Personals kann auflaufen, die anderen müssen auf der Bank sitzen und können maximal im Laufe des Spiels eingewechselt werden. Der eine kann damit umgehen, der andere nicht. 


James Rodriguez verließ zuletzt gegen Ajax Amsterdam wütend das Stadion, da er nur von der Bank ins Spiel kam. Sein Anspruch? Die Startelf. Das sorgt für viel Wirbel und weitere Unruhe in München und deckt auf: Die Kaderaufteilung ist schief gelaufen - und sollte im Winter dringend korrigiert werden.