​Der VfB Stuttgart hat sich nach dem siebten Spieltag von Trainer ​Tayfun Korkut getrennt. Nach einem schwachen Saisonstart mit nur einem Sieg und vier Niederlagen, sah sich die sportliche Führung rund um Sportvorstand​​ ​Michael Reschke dazu veranlasst, die Reißleine zu ziehen. Bewertet man den 44-Jährigen jedoch allein an seiner Punkteausbeute, trennten sich die Schwaben von einem ihrer erfolgreichsten Trainer der letzten Jahre.


Bei der Entscheidung des Vorstands hat mit Sicherheit auch die mangelnde Weiterentwicklung im spielerischen Bereich bei dem mit deutlich gestiegenen Ambitionen gestarteten Traditionsverein eine große Rolle gespielt. Doch auch die schwachen Ergebnisse in der aktuellen Saison führten dazu, dass man sich schlussendlich von dem Deutsch-Türken trennte. 


Aufgrund der überragenden Rückrunde in der Vorsaison kann man unter dem Strich jedoch festhalten, dass seit der Meisterschaft im Jahre 2007 nur ein Trainer in seiner Amtszeit einen besseren Punkteschnitt vorweisen kann als Korkut.

Hannover 96 v VfB Stuttgart - Bundesliga

Tayfun Korkut konnte die überragende Rückrunde der Vor-Saison nicht bestätigen


So war der gebürtige Stuttgarter in der vergangenen Saison mit einem Punkteschnitt von 2,21 rein ergebnistechnisch über jeden Zweifel erhaben. Durch die schwache Performance in der aktuellen Spielzeit mit durchschnittlich lediglich 0,71 Punkten pro Spieltag rutschte seine Bilanz zwar auf 1,71 Punkte herab, liegt damit aber immer noch deutlich über den Werten von vielen anderen Trainern in der jüngsten Stuttgarter Vergangenheit. 


So konnte auch sein Vorgänger Hannes Wolf im Schnitt nur 1,60 Zähler pro Partie einfahren. Betrachtet man nur die Bundesligabilanz des 37-Jährigen, liegt diese bei lediglich 1,00.


Die beste Bilanz aller Stuttgarter Trainer in den letzen elf Jahren kann Christian Gross für sich reklamieren. Der mittlerweile 64-Jährige war vom 6. Dezember 2009 bis zum 13. Oktober 2010 bei den Schwaben am Ruder und holte dabei im Schnitt 1,77 Punkte. 


Dessen Vorgänger Markus Babbel konnte mit 1,66 Punkten im Schnitt die Erwartungen nicht in Gänze erfüllen. Zuvor hatte Armin Veh den VfB zwar 2007 zur deutschen Meisterschaft geführt, insgesamt konnte aber auch der erfahrene Trainer nur 1,63 Punkte im Schnitt anbieten.

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Christian Gross ist aktuell in Ägypten als Trainer tätig


In seiner zweiten Amtszeit beim VfB war der Meistertrainer im Jahre 2014 überhaupt nicht erfolgreich und war mit einem Schnitt von 0,75 der schlechtestes Trainer der letzten Jahre. Selbst Alexander Zorniger, der mit seinem bedingungslosen Offensivfußball kläglich scheiterte, war mit einem Schnitt von 0,77 etwas besser. 


Jens Keller (1,00), Thomas Schneider (0,95), Jürgen Kramny (1,10) und Jos Luhukay (1,50) konnten ebenfalls nicht dauerhaft überzeugen. Huub Stevens (1,2 und 1,23) und Bruno Labbadia (1,42) konnten zumindest als Retter in der Not überzeugen. 


Bei der Suche nach einem neuen Trainer sollen die Stuttgarter dem Vernehmen nach ein Auge auf den ehemaligen Schalke-Coach Markus Weinzierl geworfen haben. Dass bei der Suche nach einem adäquaten Nachfolger die Kandidaten nicht nur aufgrund ihrer Bilanz ausgesucht werden, wird dadurch deutlich, dass auch der 43-Jährige zuletzt mit einem Punkteschnitt von 1,52 bei den Gelsenkirchenern nicht wirklich überzeugen konnte.