​Nach sieben Spieltagen belegt der VfB Stuttgart den letzten Tabellenplatz. Cheftrainer Tayfun Korkut, der den letztjährigen Bundesliga-Rückkehrer nach seiner Amtsübernahme inmitten der Saison fast ins europäische Geschäft führte, konnte bislang nicht an den Erfolg der vergangenen Spielzeit anknüpfen. Das in ihn gesetzte Vertrauen ist nun aufgebraucht.


Denn wie der Verein am Sonntagmorgen offiziell mitteilte, wurde Korkut von seinem Posten mit sofortiger Wirkung freigestellt.  Sein Vertrag bei den Schwaben lief noch bis Sommer 2020. Seine beiden Co-Trainer Ilija Aracic und Steven Cherundolo werden ebenfalls nicht mehr weitermachen. 

​​"Die ausbleibende sportliche Entwicklung im Laufe dieser Saison und die negativen Ergebnisse haben uns dazu bewogen, diesen Schritt zu vollziehen", sagte Sportvorstand Michael Reschke zur Entlassung. "Tayfun Korkut hat die Mannschaft in der vergangenen Saison in einer sehr schwierigen Situation übernommen und mit einem außergewöhnlichen Lauf frühzeitig den Klassenerhalt gesichert. Dafür sind wir ihm und seinen beiden Co-Trainern Ilija Aracic und Steven Cherundolo sehr dankbar."


Der vorherige U23-Trainer Andreas Hinkel wird gemeinsam mit dem restlichen verbliebenen Trainerteam vorerst das Training leiten. Es ist noch unklar, wer permanent den vakanten Cheftrainer-Posten nun übernehmen wird. 


Die Entlassung Korkuts war nach der letzten Darbietung gegen Hannover 96 unumgänglich. Gegen den ebenfalls kriselnden Klub war man bei der 1:3-Niederlage deutlich unterlegen, was auch kurioserweise beim 2:1-Sieg vor einer Woche gegen Werder Bremen der Fall war. Die bisherigen fünf Punkte in der Bundesliga-Tabelle zeigen jedoch, dass man nicht so oft vom Spielglück profitierte.

In der letzten Spielzeit wurde Korkut zur Vermeidung des Abstiegs angestellt, die damalige Entlassung von Spieler-Liebling Hannes Wolf konnten viele nicht nachvollziehen. Der 44-jährige Stuttgarter führte jedoch den Aufsteiger mit neun Siegen in 13 Liga-Partien bis auf Platz acht mit einem kompakten Defensiv-Fußball und einer festen Stammelf, die einige Positions-Änderungen beinhaltete. 


Die erhoffte Weiterentwicklung in der Spielidee blieb jedoch aus, der VfB konnte die im Sommer aufgesetzte Vorgabe der offensiven Dominanz nicht ansatzweise ausfüllen und stand dadurch defensiv nur noch unsicherer.