Eigentlich hatte ​Bayer Leverkusen das Spiel gegen Borussia Dortmund im Griff, doch in den letzten 25 Minuten glitt der Mannschaft von Heiko Herrlich der Sieg aus den Händen. Nach dem 2:4 stehen die Leverkusener erneut mit leeren Händen da, was vor allem Innenverteidiger Sven Bender ärgerte. Herrlich blickt derweil positiv auf das Restprogramm vor der Länderspielpause.


Mit 2:0 führte die 'Werkself' noch zur Pause, und das nicht unverdient. Borussia Dortmund fand in der Offensive kaum ein Mittel gegen die kompakte Abwehr der Gastgeber, die vor dem Tor von Roman Bürki in Person von Mitchell Weiser und Jonathan Tah zwei Mal eiskalt blieben. Doch nach dem Seitenwechsel drehten die Schwarz-Gelben auf, erzielten binnen vier Minuten den Ausgleich und stellten die Partie in der Schlussphase auf den Kopf.

"Wir sind alle natürlich total enttäuscht vom Ergebnis", sagte ein spürbar geknickter Heiko Herrlich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Alles, was wir uns vorgenommen haben, haben wir in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Wir haben versucht, das Spiel von Dortmund zu zerstören, sind sie aggressiv angelaufen. Wir haben sehr gut verteidigt und haben versucht, ins letzte Drittel zu kommen. Wir sind zurecht mit 2:0 in Führung gegangen, auch wenn das zweite Tor eine Standardsituation war."

Genau so habe man auch in der zweiten Halbzeit spielen wollen, doch die Gegentore hätten ihr Übriges dazu beigetragen. Herrlich ärgerte sich vor allem darüber, dass die Treffer von Jacob Bruun Larsen und Marco Reus durchaus vermeidbar gewesen seien: "Beim 2:1 kann Kevin Volland vielleicht durchstecken, dann haben wir eine Überzahlsituation. Vor dem 2:2 der Kopfball von Kai Havertz, dann kommt Wendell zu spät. So war es schwierig. Dann steht es 2:2, das ist bitter."

Beim 2:3 hingegen habe man "wirklich nicht gut verteidigt", weshalb Herrlich letztlich von einer "riesigen Enttäuschung" sprach. Unterkriegen lassen will er sich davon allerdings nicht: "Jetzt geht es darum, das wegzustecken, aufzustehen. Das haben wir nach den drei Niederlagen geschafft. Jetzt berappeln wir uns wieder. Wir haben viel Gutes gesehen in der Art und Weise, wie wir spielen. Wir wollen Donnerstag drei Punkte einfahren und die Punkte, die wir verloren haben, in Freiburg zurückholen."


Bender-Frust im Kabinentrakt


In der Kabine schien der Frust jedoch ein wenig spürbarer gewesen zu sein. Wie der Express berichtet, ärgerte sich Sven Bender, der selbst jahrelang für den BVB spielte, in den Katakomben lautstark: "Wir spielen in der zweiten Halbzeit nicht mehr mit. Da führst du 2:0 zu Hause – ist das eine Scheiße." Aus Sicht von Julian Brandt war der Ärger mehr als verständlich: "Es ist sehr enttäuschend heute. Bei Sven sieht man die Emotionen immer mehr. Ich mache es mehr mit mir selber aus"


Nach drei Siegen in Folge musste Leverkusen also die vierte Niederlage in der Bundesliga hinnehmen, wird sich von nun an jedoch voll und ganz auf das Europa-League-Spiel gegen AEK Larnaka konzentrieren. Nach dem Heimspiel gegen die Zyprioten wartet der SC Freiburg, der alles andere als ein angenehmer Gegner sein wird.