Wilfried Zaha war in diesem Sommer besonders bei englischen Spitzenklus begehrt. Der Flügelspieler von Crystal Palace entschied sich jedoch für einen Verbleib, verlängerte seinen Vertrag bis 2023 und verhinderte unter Umständen einen Fehler, den er bereits vor einigen Jahren beging. Im Interview mit dem Lifestyle-Magazin Shortlist sprach der ivorische Nationalspieler vor allem über seinen Wechsel zu Manchester United, wo er seiner Zeit kaum zum Zug kam.


Schon früh in seiner Karriere wurde klar, welches Potenzial in Wilfried Zaha steckt. Der Offensivspieler, der seine Jugendausbildung bei Crystal Palace genoss, erhielt mit 17 Jahren seinen ersten Profi-Vertrag und absolvierte binnen weniger Jahre 114 Partien in der Championship, der zweithöchsten englischen Spielklasse. Im Januar 2013 erhielten die Verantwortlichen plötzlich ein Angebot von Manchester United, die 'Red Devils' wollten Zaha für rund 11,75 Millionen Euro verpflichten.


Diese Herausforderung wollte er sich nicht entgehen lassen, doch zunächst verbrachte er den Rest der Saison bei Palace. Angekommen bei United lief nur wenig so, wie geplant. Unter dem damaligen Trainer David Moyes, der Sir Alex Ferguson nach 27 Jahren an der Seitenlinie des Old Trafford beerbte, kam Zaha kaum zum Zug, erhielt gerade einmal zwei Kurzeinsätze in der Premier League. Nach einer Leihe bei Cardiff City wurde Ex-Klub Crystal Palace wieder aufmerksam, und war plötzlich an einer Rückkehr interessiert.

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Die 'Eagles' nahmen ihr Eigengewächs zunächst bis zur Winter-Transferperiode leihweise unter Vertrag, verpflichteten ihn dann allerdings fest für rund 3,8 Millionen Euro. Seither entwickelte er sich stetig weiter, zählt mittlerweile zu einem der absoluten Stammspieler und hatte mit 14 Torbeteiligungen in 29 Einsätzen einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Mannschaft in der abgelaufenen Saison den elften Tabellenplatz in der Premier League erreichte.


Sam Allardyce, einstiger Trainer bei Palace, ​riet ihm noch im August dazu, zu einem Top-Klub zu wechseln. Zaha sei "bereit wegen der Erfahrung, zu Manchester United zu gehen, dann zu Palace zurückzukehren und sich zu einem Topspieler zu etablieren. So sehr ich es auch nicht mag, es zu den Crystal-Palace-Fans zu sagen, die ich liebe, ist es für Wilfried vermutlich an der Zeit, zu gehen und die nächste Herausforderung anzunehmen."


Zaha hat "in der Hölle gelebt"


Doch der Spieler selbst blickt nur ungern auf die Zeit in Manchester zurück, die sich zu einem Albtraum entwickeln sollte: "Ich hatte mit 19 damit zu kämpfen, alleine in Manchester zu leben. Neben niemandem sonst, weil der Verein Einfluss darauf hatte, wo ich wohne. Sie haben mir kein Auto gegeben, wie es jeder andere Spieler hatte. Nichts. Ich habe allein in dieser Hölle gelebt, weg von meiner Familie."

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Auch habe der Rückhalt des Klubs gefehlt, als plötzlich Negativ-Schlagzeilen in der Presse erfolgten: "Es gab Gerüchte, dass der Grund, wieso ich nicht viele Spiele für United absolviert habe, der war, dass ich mit der Tochter von David [Moyes, Anm. d. Red.] geschlafen habe. Niemand aus dem Verein hat versucht, es aufzuklären. Ich habe gegen meine Dämonen gekämpft, gegen diese Gerüchte, von denen ich wusste, dass sie falsch waren."


Dennoch bereue er nichts, da ihn die Zeit in Manchester lediglich stärker gemacht hätte: "Ich fühle mich jetzt so, als könnte ich mit allem fertig werden. Ich habe so viel durchgemacht. Ich habe allein in dieser Hölle gelebt,weg von meiner Familie. Ich dachte: 'Wenn mich das nicht stärker macht, was dann?'"