Es hat sich für den ​FC Liverpool bewährt, dass sie im Training verstärkt auf Standards gesetzt haben. Ein Eigentor nach einer Flanke von Xherdan Shaqiri leitete den Sieg über den FC Southampton ein. Das Schweizer Kraftpaket war an zwei von drei Toren direkt beteiligt, offenbarte im Defensivspiel allerdings noch Schwächen. Der auffällige Mittelfeldspieler musste in der Halbzeitpause für James Milner in der Kabine bleiben.


Es war ein Auftakt nach Maß: ​Jürgen Klopps FC Liverpool hat alle sechs Pflichtspiele der laufenden Saison gewonnen. Beim auch in der Höhe verdienten 3:0 gegen Southampton gelang dem Team dann der siebte Sieg im siebten Spiel. Das hat es in der Geschichte des Vereins zuvor noch nie gegeben. Klopp setzt wegen der intensiven Wochen auf Rotation. Allerdings erfolgen manche Personalentscheidungen auch wegen mangelnder Leistung.


Gegen Southampton brachte Xherdan Shaqiri eine Flanke von links in den Strafraum. Der Defensivverbund des Gegners ließ sich auf dem falschen Fuß erwischen: Shane Long wich dem Ball leicht aus und wollte einen Handelfmeter vermeiden. Die Folge war ein Gegentreffer, der vom eigenen Mann abgeprallt an Torwart Alex McCarthy vorbei ins Tor kullerte. Beim 2:0 köpfte der Ex-Schalker Joel Matip einen Eckball ins Tor. Das 3:0 resultierte erneut aus einem ruhenden Ball: Shaqiri schoss einen Freistoß aus 20 Metern aufs gegnerische Tor und traf knapp das Lattenkreuz. Den Abpraller verwertete der gedankenschnelle Mohamed Salah aus kürzester Distanz und ließ McCarthy keine Chance.


Trotz der deutlichen Führung kam Southampton in der ersten Halbzeit immer wieder zu guten Chancen. Besonders über die Flügel gelang es den „Saints“ immer wieder in die gegnerische Hälfte vorzustoßen und für Gefahr vor dem Kasten von Alisson zu sorgen.

Liverpool FC v Southampton FC - Premier League

Trotz guter Leistungausgewechselt: Xherdan Shaqiri (li.)


„Meine Idee hat sich nicht zu 100 Prozent bewährt“, erklärt Klopp nach der Partie. Trotz Überlegenheit habe man zu jeder Zeit gespürt, dass der Gegner guten und druckvollen Fußball gespielt hat. „Wir wollten es ein wenig schwerer für Southampton machen, sich auf uns einstellen zu können.“ Klopp setzte im Vergleich zum siegreichen Champions-League-Spiel gegen Paris Saint-Germain auf Wechsel in der Startelf. Darunter auch auf Shaqiri, der zu seinem ersten Startelfeinsatz kam.


In der Halbzeitpause wurde der 26-Jährige ausgewechselt. Neben der hohen Belastung in den Englischen Wochen dürfte dabei auch seine Defensivleistung ausschlaggebend gewesen sein. Vor allem durch das Überspielen des Mittelfelds gelang es Southampton immer wieder gefährlich in die Hälfte der Gastgeber zu kommen. Zu Toren reichte es dabei dennoch nicht.


Jürgen Klopp äußerte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel dahingehend, dass er gegen die groß gewachsene Innenverteidigung des FC Southampton auf schnelle, wendige Offensivspieler gesetzt hat. Deshalb haben Salah und Shaqiri in der Startelf gestanden. Diese Taktik bezeichnete Klopp rückblickend als erfolgreich, ist aber mit der Kompaktheit seiner Truppe nicht einverstanden gewesen.


Es sei ihm nicht leicht gefallen, offenbarte Klopp: „Manchmal muss ich Nachrichten überbringen, die keiner hören will.“ Trotz Shaqiris auffälliger Leistung und seinen beiden Torbeteiligungen vertraute Klopp nicht darauf, dass die Mannschaft bis zum Abpfiff stabil gestanden hätte. „Normalerweise begründe ich meine Halbzeitwechsel nicht, aber diesmal hat es Sinn gemacht.“ Insbesondere trotz seiner üblichen Jokerrolle war der Trainer vom Ex-Bayern begeistert: „Eigentlich brauchen neue Spieler eine Weile, bis sie sich zurecht finden, aber nicht [Shaqiri] – er hat sich aufgerieben.“


Um den Weg seiner steilen Karriere fortsetzen zu können, wird er seine Defensivarbeit noch verbessern müssen. Klopp zeigt sich mit seiner Auswechsel-Entscheidung zufrieden: „Zusammengefasst war es eine gute Leistung, vor allem in der zweiten Hälfte sehr kontrolliert und genau so soll es auch sein.“