​Der 1. FC Köln steht nach der ​3:5-Heimpleite gegen Aufsteiger SC Paderborn am Sonntag nur noch auf Tabellenplatz 3 und stellt zudem die ​drittschlechteste Abwehr der 2. Bundesliga. Unzufrieden über die jüngste Entwicklung zeigten sich auch die Fans der Domstädter und demonstrierten während und nach der Partie für eine neue Vorstandsriege.


Die Anhänger des ​1. FC Köln sind mit der Entwicklung des Klubs in den letzten Wochen und Monaten anscheinend alles andere als einverstanden und fordern deshalb nun Konsequenzen in Form einer neuen Klubführung. Mit mehreren Zaunfahnen und Bannern mit der Aufschrift "Vorstand raus" protestierten die Fans der "Geißböcke" schon während der Partie gegen den Aufsteiger aus Paderborn gegen die Führungsetage und verlangten lautstark deren Ablösung. 


Auch der Vorsänger der Wilden Horde Stephan Schell, Kölns bekanntester Ultra-Gruppierung, hatte sich zuletzt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sehr kritisch in die gleiche Richtung geäußert. "Dass es in Köln irgendwann mal Leute gibt, die die Idee haben, das Müngersdorfer Stadion woanders hinzusetzen, das hätte ich nicht gedacht. Heute rütteln sie am Stadion, morgen an den Vereinsfarben, übermorgen am Logo. Sowas können wir nicht akzeptieren und befinden uns unter anderem auch daher mit der eigenen Vereinsführung im Streik."




Auch auf der Webseite der Wilden Horde bringt die Gruppierung ihre Verärgerung deutlich zum Ausdruck und erläutert die Gründe für die Spaltung zwischen Fans und Führung. "Eine Vereinsführung, die eine Katastrophensaison samt anschließendem Abstieg als 'Unfall' bezeichnet, die Schuld dafür auf Ex-Trainer und Ex-Geschäftsführer schiebt und bei jeder Gelegenheit auf Schönwetter macht, statt Verantwortung zu übernehmen" sei nicht zu akzeptieren, heißt es.


Darüber hinaus stoße auch böse auf, dass man "jede Gegenmeinung sowie Kritik akribisch versucht abzuwürgen" und "Druck auf Andersdenkende ausübt". Auch die Tatsache, dass Gremien laut Aussage der Ultras nach "Lust und Laune übergangen" werden sei ein Mitgrud für den anhaltenden Zwist. Entgegen der anhaltenden Kommerzialisierung im Fußball sei der 1. FC Köln viel mehr als bloß eine "Marke" oder ein "Produkt".


FC St. Pauli v 1. FC Koeln - Second Bundesliga

Steht aktuell in der Kritik: FC-Vizepräsident Toni Schumacher 


Die Verantwortlichen aus Kölns Führungsetage reagierten zwar auf die Vorwürfe, ein Rücktritt scheint zumindest bislang aber kein Thema. "Wir sind mit 200 Sachen gegen eine Wand gefahren. Der Abstieg war ein Unfall. Da dann von Bord zu gehen, wäre Fahrerflucht gewesen", argumentierte FC-Vizepräsident Toni Schumacher zuletzt im EXPRESS. Das letzte Wort vor der Mitgliederversammlung am 10. Oktober scheint somit noch nicht gesprochen.