​Der 1. FC Köln musste nach einer enttäuschenden Bundesligasaison den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dort läuft es unter dem neuen Chefcoach Markus Anfang nun wieder richtig gut, man steht nach vier Spieltagen mit zehn Punkten an der Tabellenspitze. Auch Marco Höger freut sich über die aktuelle Form der Mannschaft und sprach neben seinen persönlichen Ambitionen auch über den Abstieg, den er erst nach einiger Zeit wirklich verarbeitet hatte. 


Wie der neue Vizekapitän im Interview mit Geissblog.Koeln erklärte, sei der Abstieg mit den Rheinländern keinesfalls spurlos an ihm vorbei gegangen und habe ihn einige Nerven gekostet, ehe er ihn akzeptiert und verarbeiten konnte. 


"Das hat schon seine Zeit gebraucht. Ich persönlich musste erst mal weg aus Köln, um den Kopf frei zu bekommen und den Fußball auszublenden", so Höger, der die Fans für den Umgang mit dem Abstieg lobte: "Letztendlich muss man aber allen im Umfeld des 1. FC Köln ein Kompliment machen. Nach so einer Saison sind die Reaktionen alle im Rahmen geblieben."

1. FC Koeln v 1. FC Union Berlin - Second Bundesliga

Will schon bald wieder in die Startelf des FC zurückkehren: Marco Höger



Dass nun natürlich alle vom ​"Effzeh" den direkten Wiederaufstieg erwarten, sei dem Führungsspieler zwar durchaus bewusst - dennoch sei der Erfolgsdruck wesentlich geringer und nicht zu vergleichen mit dem erlebten Abstiegdruck. "Der Druck im Kampf gegen den Abstieg, gerade wenn man solange im Tabellenkeller steht, war wesentlich größer. Das war ein negativer Druck. Jetzt haben wir auch Druck, aber eher im positiven Sinn." 


Dem Druck wolle man nun standhalten und ​möglichst frühzeitig wieder die Rückkehr in die Bundesliga perfekt machen. "Unser Ziel ist der Aufstieg. Aber es wird sicher kein Aufstieg im Vorbeigehen. Denn es kommt nicht nur darauf an, ob man die bessere Mannschaft ist, sondern, ob man mit dem Druck auch mental umgehen kann. Wir müssen eine Einheit sein - auch zusammen mit den Fans."


Höger drängt in die Startelf


Für ihn persönlich verlief die Vorbereitung unglücklich, nach einer Schulterverletzung gleich zu Beginn fiel der defensive Mittelfeldmann knapp zwei Monate aus. Aktuell geht es dem Ex-Schalker aber wieder gut, wie er verriet. "Es war meine erste schwere Verletzung am Oberkörper", so Höger. "Ich hatte gerade fünf Tage mit der Mannschaft trainiert, es war das erste Testspiel und ich stand gerade erst eine Minute auf dem Platz. Mich dann in einem Zweikampf zu verletzen und operiert werden zu müssen, war natürlich bitter."


Mit Blick auf seine Karriere und seine gesammelten Erfahrungen habe er die Ausfallzeit aber gut überstanden und hofft nun wieder auf regelmäßige Einsatzzeiten bei den Domstädtern. "Konkurrenz belebt das Geschäft. Es wäre schade, wenn wir meinen Ausfall auf der Sechs nicht hätten kompensieren können. Klar habe ich andere Ambitionen. Mein Anspruch ist, in der Startelf zu stehen. Aber ich bin erst seit vier Wochen wieder im Training." 

FC St. Pauli v 1. FC Koeln - Second Bundesliga

Laut Höger ein Kölner durch und durch: Neu-Coach Markus Anfang



Die Arbeit unter der dem neuen Trainer Markus Anfang, der Höger zuletzt als Rechtsverteidiger einsetzte, sei anders als noch unter seinem Vorgänger Stefan Ruthenbeck, der sein Großcousin ist. "Kompliziert ist vielleicht das falsche Wort. Es ist deutlich anders als das, was ich bisher gewohnt war", so Höger. 


"Die Abläufe sind ganz anders. Deswegen machen wir viele Videoanalysen. Das muss man erst mal verinnerlichen." Insgesamt glaubt Höger aber nach wie vor an den Erfolg und sieht die Mannschaft auf einem guten Weg: "Aber wir machen das Woche für Woche besser." 


Wie gut es schon läuft, können Höger und die "Geißböcke" am Sonntag zeigen, dann trifft der 1. FC Köln vor heimischem Publikum auf den SC Paderborn.