Der fünfmalige deutsche Nationalspieler Amin Younes hat sich über seine Verfehlungen im letzten Jahr geäußert. Er habe den falschen Menschen vertraut, letztlich trage aber er selbst die Konsequenzen. Außerdem sprach Younes über den Wechsel-Hickhack rund um den SSC Neapel und VfL Wolfsburg. 


Im Sommer des vergangenen Jahres hatte Younes gemeinsam mit der DFB-Elf den Confed-Cup gewonnen, auch wenn er im Finale gegen Chile nicht spielte, war die Berufung von Joachim Löw der nächste Karriereschritt in Folge einer guten Saison unter Peter Bosz bei Ajax Amsterdam. Doch in der Spielzeit 2017/2018 wollte er nicht mehr so wirklich Fahrt aufnehmen. Im Herbst beeinträchtigte ihn eine Entzündung im Knie. 


Als er wieder fit war, kam er zunächst als Joker zum Einsatz. Auch im März 2018 gegen den SC Heerenveen rief Trainer Erik ten Haag den inzwischen 25-Jährigen kurz vor Spielende zu sich, doch dieser verweigerte die Einwechslung. Nach dem Eklat war die Beziehung zwischen Trainer und dem Linksaußen zerrüttet und Younes spielte nie wieder für Amsterdam.


Dutch Eredivisie'Ajax	 v FC Twente'

Bei Ajax Amsterdam manövrierte sich Younes selbst aufs Abstellgleis


Im Nachhinein bezeichnete Younes im Gespräch mit der dpa das Ablehnen der Trainer-Entscheidung als seinen größten Fehler. "Da braucht man nicht Drumherumzureden. Das war falsch, den Teamkollegen und dem Verein gegenüber. So etwas macht man nicht“, sagte Younes, der infolgedessen in die zweite Mannschaft verbannt wurde.


Younes dementiert Vertragsbruch


Nicht nur zu seinem Fauxpas gab er eine persönliche Einschätzung ab. Er bestritt, dass er seinen Vertrag bei seinem heutigen Klub ​SSC Neapel im Januar und dem VfL Wolfsburg im Sommer gebrochen habe. „Das stimmt nicht.“ Zudem sei es „völliger Quatsch“, dass er einen Wechsel nach Italien im Winter ausgeschlagen habe, weil ihm die Stadt nicht gefallen habe oder er von einem Mafioso auf der Straße angegangen worden sei. Medien in Italien und den Niederlanden hatten entsprechend berichtet.


Nach dem Wechsel-Wirrwarr und dem unrühmlichen Ende in den Niederlanden sucht Younes jedoch die Schuld nicht bei anderen, sondern bei sich selbst. "Ich habe Fehler gemacht“, sagte er: „Ich habe den falschen Menschen vertraut, war naiv. Das kreide ich mir an. Manche Leute wollten mir Flöhe ins Ohr setzen. Und ich habe sie mir leider reinsetzen lassen.“


Aktuell steht der ehemalige Mönchengladbacher im Aufgebot des SSC Neapels. Mit einem Achillessehnenriss fällt Younes aber mindestens noch bis Dezember aus. Ob seine Zukunft in Süditalien liegt, ist ungewiss. Erst einmal soll er die Verletzung auskurieren und seine Reha absolvieren.