Zum Auftakt der Nations League empfing die deutsche Nationalmannschaft am Donnerstagabend in der Münchner Allianz Arena Weltmeister Frankreich. Gegen die 'Equipe Tricolore' bot die DFB-Elf eine ordentliche Leistung, bei der man vor allem defensiv weitestgehend stabil stand. Nach dem Seitenwechsel hatte der Gastgeber die deutlich besseren Torgelegenheiten, doch Areola sicherte Frankreich mit mehreren sehr guten Paraden das Unentschieden.


​Joachim Löw wählte ein 4-1-4-1 mit Neuer im Tor. Die Abwehr bestand aus den vier Innenverteidigern Ginter, Boateng, Hummels und Rüdiger, Kimmich startete im defensiven Mittelfeld. Etwas weiter vorne spielten Goretzka und Hummels, auf den Außen Müller und Werner. Reus bildete die einzige Spitze.


Didier Deschamps vertraute auf nahezu die identische Elf, die in Russland den Titel holte. Lediglich Areola startete für den verletzten Lloris, doch vor dem Keeper von Paris St. Germain bildeten erneut Lucas Hernandez, Varane, Umtioti und Pavard die Viererkette. Im 4-2-3-1 begannen Kanté und Pogba im zentralen Mittelfeld, die offensive Dreierreihe bildeten Matuidi, Griezmann und Mbappe. Giroud begann im Angriff.


Offener Schlagabtausch


Der Weltmeister aus Frankreich blieb in der Allianz Arena bei der bewährten Taktik, die bereits in Russland zum Triumph führte. Die Mannschaft von Didier Deschamps arbeitete vor allem gegen den Ball, stand defensiv kompakt - wobei man besonders das Zentrum dicht machte - und überließ den Hausherren das Spielgeschehen. Die DFB-Elf hatte dementsprechend mehr Ballbesitz, viele Abschlüsse ergaben sich jedoch nicht. 

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  Sinnbildlich: die Zweikämpfe - in der Luft wie am Boden - wurden hart, aber fair geführt


Die Zuschauer sahen ein intensives Spiel, in denen sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Deutschland blieb weiter die aktivere Mannschaft, während Frankreich zumeist vergebens auf Umschaltsituationen wartete, da diese meist rasch unterbunden wurden. In einem Zweikampf erwischte Antonio Rüdiger in der vierten Spielminute seinen Gegenspieler Benjamin Pavard mit seinen Stollen unglücklich am Hals. Die erste Gelegenheit folgte nach 18 Minuten, als Werner im Strafraum zum Abschluss kam - Aerola parierte jedoch sicher.

Giroud prüft Neuer


Wenn Frankreich in der gegnerischen Hälfte Tempo aufziehen konnte, wirkte die deutsche Defensive mitunter ein wenig wackelig, doch insgesamt blieben auch die Akteure von Joachim Löw vor dem eigenen Tor sicher und konnten Schlimmeres verhindern. Frankreich wurde nach etwas mehr als einer halben Stunde spürbar aktiver und hatte in Minute 36 die beste Gelegenheit, als Giroud zum Kopfball ansetzte. Neuer streckte sich, parierte das Leder und verhinderte so den Rückstand.


Zwar hatten Mbappe per direktem Freistoß und Rüdiger jeweils eine Möglichkeit, doch insgesamt war es eine Partie, die sich überwiegend im Mittelfeld abspielte. Der Einzug ins letzte Drittel gelang mäßig und wenn, dann wurde die Gefahr schnell gebannt.


Mit Schwung in die zweite Halbzeit


Nach dem Wiederbeginn begann Frankreich temporeich und setzte Deutschland unter Druck. Die Abwehr sah in den Anfangsminuten nicht gut aus, ließ einige große Lücken zu, doch Neuer parierte den Abschluss von Griezmann (49.). Danach konnten sich die Gastgeber rehabilitieren, spielten zunächst jedoch ohne schnelles tempo nach vorne und konnten somit weiterhin nur selten gefährlich werden. 


Nachdem Kimmich aus der Distanz verzog, boten sich auf beiden Seiten plötzlich zwei Großchancen: Erneut probierte es Griezmann, diesmal aus der zweiten Reihe - doch Neuer war wieder zur Stelle. Auf der Gegenseite bediente Ginter Reus, der im Zentrum frei zum Abschluss kam, doch Areola konnte den Ball so gerade noch entschärfen (62., 64., 64.).


Deutschland am Drücker


Beide Mannschaften spielten mit immer offenerem Visier und wollten das erste Tor des Abends erzielen. Daher boten sich auch Räume für Konter: Reus zog bei einem Gegenstoß mehrere Verteidiger auf sich und legte daher für den mitgelaufenen Hummels quer. Der Innenverteidiger bediente Müller, dessen Versuch geblockt wurde. Hummels geriet erneut an den Ball und prüfte Areola mit einem strammen Schuss, doch der Torhüter von Paris St. Germain war zur Stelle (72.). Drei Minuten später rückte er erneut in den Vordergrund, als Müller einen Ball am Strafraumeck gefährlich aufs Tor zog. Areola parierte zur Ecke und war auch dann zur Stelle, als Ginter frei zum Kopfball kam (75.).

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  Immer wieder warf sich Areola (Hintergrund) entscheidend dazwischen


Deutschland blieb am Drücker, setzte die 'Equipe Tricolore' zunehmend unter Druck und drängte den Weltmeister immer tiefer in die eigene Hälfte. Allerdings wechselten beide Trainer in der Schlussphase durch, weshalb der Spielfluss ein wenig gestoppt wurde.


Somit trennen sich Deutschland und Frankreich im ersten Spiel der neuen Nations League mit 0:0. Für 'die Mannschaft' geht es in wenigen Tagen gegen die peruanische Auswahl, während die Franzosen auf die Niederlande treffen werden. Schon jetzt ist klar: Auf dieser Leistung kann die DFB-Elf durchaus aufbauen.