Der ehemalige Weltfußballer und heutige TV-Experte Lothar Matthäus hat sich zur Lage der deutschen Nationalmannschaft geäußert und dabei erklärt, dass es nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der WM in Russland dringend Veränderungen bedarf. Für den Rekordnationalspieler müsse neben dem Spielstil auch der Kader angepasst werden. Er sprach sich deshalb unter anderem für eine Aussortierung von Linksverteidiger Jonas Hector aus, der mit dem 1. FC Köln im Sommer in die 2. Bundesliga abgestiegen war. 

Zwei Tage vor dem Länderspiel-Start Deutschlands in der neuen UEFA Nations League gegen Weltmeister Frankreich hat sich der 57-Jährige zur DFB-Elf geäußert und dabei erklärt, dass er einiges ändern würde, um die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. "Ich erwarte von Jogi Löw in der Zukunft klare Ansagen", so der 150-malige Rekordnationalspieler in seiner Kolumne bei Sky


"Das kennen und werden auch unangenehme Wahrheiten für manche Spieler sein." Ein Beispiel könne sich der Weltmeistercoach von 2014 dabei am neuen Coach des ​FC Bayern München Niko Kovac nehmen, der in München zum Saisonstart unter anderem die beiden Flügelstars Franck Ribery und Arjen Robben auswechselte und sie trotz Unzufriedenheit motiviert und bei Laune hält. 


"So wie es Niko Kovac aktuell bei den Bayern moderiert, so muss es auch Jogi Löw tun. Keine Belohnungen mehr für vergangene Leistungen. Schluss mit der Nibelungentreue."


VfB Stuttgart v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Fordert einen härteren Führungsstil vom Bundestrainer: Rekordnationalspieler Lothar Matthäus



Was den Kader angeht, so würde Matthäus einige Personalien noch einmal überdenken. Neben Julian Draxler, der bei Paris St. Germain auch unter Neu-Coach Thomas Tuchel nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommt, stellte Matthäus auch die DFB-Zugehörigkeit vom Mannschaftskapitän des Absteigers ​1. FC Köln Jonas Hector in Frage. 


"Er hat gerade mit dem Bundestrainer vereinbart, dass er auf diese Länderspiele verzichtet. Dies hätte Jogi schon von sich aus tun können. Ich schätze Jonas Hector ungemein und er ist auch ein guter Spieler. Aber trotzdem muss es unser Anspruch sein, einen linken Verteidiger für die Nationalmannschaft in der ersten Liga zu finden." 


Auch wenn Matthäus keinen Namen als Alternative nannte, dürfte er wohl auf Philipp Max vom FC Augsburg angespielt haben. Der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs und Nationalspielers Martin Max spielte im Vorjahr eine bärenstarke Runde für den FCA und gehört auch in der noch jungen neuen Saison wieder zu den Fixpunkten und Leistungsträgern im Team von Manuel Baum. 


FC-Coach Anfang dagegen nahm seinen Spieler in Schutz und entgegnete markig: "Dann würden wir aus einer Stärke von ihm eine Schwäche machen. Ich glaube nicht, dass es sich negativ auswirkt, dass er in Köln geblieben ist und in der 2. Bundesliga spielt. Hier ist er einer der Führungsspieler und kann an dieser Aufgabe weiterwachsen. Sollte ihm das negativ ausgelegt werden, dann wären wir auf dem komplett falschen Weg im deutschen Fußball."