​Nachdem bereits das DFB-Pokal-Duell gegen Eintracht Braunschweig mit 2:1 gewonnen wurde, konnte ​Hertha BSC auch das erste Spiel in der neuen Bundesligasaison ​gegen den Aufsteiger aus Nürnberg mit 1:0 für sich entscheiden. Doch obwohl die nackten Zahlen dafür sprechen, dass der Start gelungen ist, befindet sich im neuen System des Hauptstadtklubs noch mächtig Sand im Getriebe.


Eines muss man den Berlinern unter ihrem Trainer ​Pal Dardai auch in dieser Spielzeit bisher lassen: Hinten steht die Hertha weiterhin stabil. Doch da der pragmatische Ergebnisfußball des Cheftrainers bereits in der Vorsaison nur selten Begeisterungsstürme ausgelöst hatte, wollte man nun eigentlich das Offensivspiel wiederbeleben. So setzt der ungarische Fußballlehrer derzeit auf ein 3-4-3-System, durch das eigentlich auch die Offensivspieler besser zur Geltung kommen sollten.

Hertha BSC v 1. FC Nuernberg - Bundesliga

Valentino Lazaro war gegen Nürnberg noch einer der Aktivposten



Doch bislang gelang es nur der hintersten Defensivreihe, sich gut auf die neue Herangehensweise einzustellen und so bemängelte auch der Trainer nach der Partie die Umsetzung seiner Ideen. "Die Querverschiebung war nicht mutig genug", wird der 42-Jährige vom Tagesspiegel zitiert. Generell bemängelte der Cheftrainer die noch weit verbreitete Zögerlichkeit und Unsicherheit im Spiel seiner Mannschaft. Seine Mannschaft zeigte sich auch im Heimspiel gegen den Aufsteiger nicht dominant genug und versäumte es, eine konsequente Vorwärtsverteidigung zu praktizieren. Stattdessen ließ man sich oftmals viel zu tief fallen.


Gegenüber der Vereinsseite der Herthaner erkannten auch die Spieler selbst noch jede Menge Steigerungspotenzial. So erklärte Mittelfeldspieler Valentino Lazaro, dass er und seine Mitspieler bei Ballbesitz noch attraktiver hätten spielen können. Abwehrchef Karim Rekik vertrat die selbe Meinung und stellte fest, dass man sich "in manchen Bereichen noch verbessern" müsse. Dennoch könne man aber auch froh sein, dass man drei Punkte geholt habe. Die Berliner befinden sich also weiterhin in einem Prozess, der mit positiven Ergebnissen im Rücken aber leichter von der Hand gehen sollte.