Es war zu sehen, dass ​Manchester United die Niederlage aus der Vorwoche aus dem Weg räumen wollte. Das leidenschaftlich engagierte Team von José Mourinho blieb am Ende aber ohne Fortune. Tottenham Hotspur leitete mit einem schnellen Doppelpack nach der Pause den Dreier ein. Den Red Devils stehen ungemütliche Tage bevor.


Manchester United - Tottenham Hotspur 0:3 (0:0)

Tore: Harry Kane (50.), Lucas (52., 84.)


Im heimischen Old Trafford war Manchester United nach der 2:3-Niederlage bei Brighton & Hove Albion auf Wiedergutmachung aus. José Mourinho veränderte seine Startformation im Vorfeld der Partie auf gleich sechs Positionen. Die Abwehrreihe erfuhr bis auf Luke Shaw eine Komplettveränderung. Antonio Valencia, Chris Smalling und Phil Jones rotierten in die erste Elf. Außerdem fanden Ander Herrera, Nemanja Matic sowie Jesse Lingard den Weg in die Anfangsformation.

​Tottenham Hotspur, das mit zwei Siegen in Folge in die neue Runde startete, begann im Gegensatz zum 3:1 gegen Aufsteiger FC Fulham etwas defensiver. Mauricio Pochettino ließ vom Start weg mit Dreier- anstelle einer Viererkette operieren. Hierfür rückte Danny Rose als linkes Glied der Abwehrkette in die Mannschaft. Zudem stand mit Mousa Dembélé ein weiteres neues Gesicht in auf dem Feld.


Bei den Red Devils war von Beginn an erkennbar, die Schmach aus der Vorwoche wieder gutmachen zu wollen. Die Mourinho-Elf presste früh und versuchte den Defensivverbund der Spurs unter Druck zu setzen. Obwohl sich in der Anfangsphase ein munteres Spiel entwickelte, hatten hüben wie drüben gefährliche Szenen im Strafraum Seltenheitswert. Die erste Chance ergab sich für Romelu Lukaku, der einen Abspielfehler von Rose aber nicht nutzen konnte und den Ball am Tor vorbeischob – das hätte das 1:0 für ManUnited sein müssen.


Beide Teams in der Defensive mit Fehlern


In der Folge ging es munter weiter. Wieder war es Lukaku, der nach Hereingabe von Shaw den Ball aber nicht richtig traf, sodass der Schussversuch des Belgiers sichere Beute für Hugo Lloris war (18.). 


United machte den Spurs, die aus der Defensive heraus kaum zur Entfaltung kamen, das Leben schwer. Vor allen Dingen Shaw machte über die linke Außenbahn viel Alarm. Manchester stand aber auch in der Defensive nicht sattelfest, Nemanja Matic vertändelte den Ball, Nutznießer Dele Alli fehlte in diesem Moment die letzte Konsequenz (24.).


Die Gastgeber blieben weiter am Ball, der Brasilianer Fred verzog nach einer halbe Stunde knapp. Weltmeister Paul Pogba nahm sich schließlich aus 20 Metern ein Herz, Lloris wehrte zur Seite ab; der Nachschuss von Matic wurde aber geblockt (33.). 


Den ersten Torschuss der Spurs gab Christian Eriksen ab, der jedoch für David de Gea keine Herausforderung war (40.). Den Spurs fehlte in der ersten Halbzeit etwas der Zugriff im Mittelfeld, sodass im Gang nach vorn nur Einzelaktionen möglich waren, die ohne größeren Erfolg blieben.

Die Partie nahm nach dem Pausenpfiff gleich wieder Fahrt auf. Der emsige Shaw spielte in die Mitte auf Pogba, der den Ball aus rund 20 Metern knapp neben den rechten Torpfosten setzte. Im Gegenzug hatte de Gea die Hand nach einem Schuss von Harry Kane noch am Ball, Lucas streckte sich vergeblich. Wenige Zeigerumdrehungen später fiel das 1:0 für die Gäste. Nach einem Eckball köpfte Kane überragend aus zehn Metern in die lange Ecke ein.


Keine ruhige Sekunde – Lucas netzt zum Doppelschlag


Es gab keine Sekunde Verschnaufpause. Unmittelbar nach Anstoß initiierte Shaw einen Angriff über links, Lukaku tauchte in der Box auf, scheiterte aber am starken Lloris (51.). Der Wahnsinn nahm seinen Lauf: Wiederum nur einen Wimpernschlag später ließ Lucas den Gästeblock explodieren. ManUnited war hinten unsortiert, über rechts spielte Eriksen auf ebenjenen Lucas im Strafraum, der aus elf Metern de Gea keine Chance ließ.

Manchester United v Tottenham Hotspur - Premier League

José Mourinho konnte mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein 


United ließ aber mitnichten locker. Pogba fand im Strafraum Lukaku, der auf Lingard ablegte - dieser zögerte aber zu lange und wurde entscheidend gestört (61.). Der Tabellenneunte nahm wieder das Heft des Handelns in die Hand, blieb vor dem Tor aber weiterhin ohne Fortune. 


Dann war es Abwehrmann Victor Lindelöf, der keine Anspielstation in den eigenen Reihen fand und einen kapitalen Fehlpass fabrizierte. Alli umkurvte im Anschluss de Gea, der sich breit machte und gerade noch abwehren konnte – das wäre die Vorentscheidung gewesen.


Der 20-fache Englische Meister versuchte weiterhin alles, um in der Offensive Akzente zu setzen, hielt zudem die Intensität hoch. Die wütend anmutenden Bemühungen der Red Devils wurden zum großen Teil aber viel zu hektisch ausgeführt. Der eingewechselte Alexis Sánchez (80.) verzog schließlich ebenso deutlich wie seine Mitspieler. 


So war es am Ende wieder Lucas, der in der 83. Minute nach einer Einzelleistung das 0:3 erzielte. Zuvor ließ er Gegenspieler Smalling im Eins-gegen-Eins nicht gut aussehen. Erstmals seit der Saison 2012/13 erzielten die Spurs im Old Trafford drei Tore, damals gewann der Nordlondoner Klub mit 3:2.