Am Freitagabend trafen der ​FC Bayern München und die ​TSG 1899 Hoffenheim aufeinander, um den Startschuss für den neue Bundesligasaison zu geben. Das Top-Duell lieferte durchaus das, was es auf dem Papier versprach. Die Bayern gewannen mit 3:1 (1:0). 


Aufseiten der Gastgeber unternahm Cheftrainer Niko Kovac einige interessante Änderungen im Vergleich zum Pokalspiel. Niklas Süle rückte für Mats Hummels in das Abwehrzentrum, zudem ersetzte Kingsley Coman - wie bereits bei seiner Einwechslung im Pokal - Arjen Robben. David Alaba wurde nach seiner Genesung von einer Knieprellung beim Supercup ebenfalls von Beginn an aufgeboten.


  • FC Bayern: Neuer - Kimmich, Boateng, Süle, Alaba - Martinez - Müller, Thiago, Coman, Ribery - Lewandowski


Die Hoffenheimer hingegen mussten im Vorfeld der Partie mit deutlich mehr verletzungsbedingten Ausfällen auskommen, hierfür vertraute Cheftrainer Julian Nagelsmann erneut auf die ungewöhnliche Lösung mit Leonardo Bittencourt und Vincenzo Grifo in der Mitte. Als Sechser rückte Florian Grillitsch auf, Neuzugang Kasim Adams bekam den Vorzug vor Stefan Posch in der defensiven Dreierkette. 


  • 1899 Hoffenheim: Baumann - Adams, Vogt, Bicakcic - Kaderabek, Schulz - Grillitsch - Grifo, Bittencourt - Szalai, Joelinton

Bayern übernahm wie erwartet von Beginn an die Kontrolle und versuchte das Tor von den Außen zu bedrohen. Die TSG versuchte es über von Florian Grillitsch eingeleitete Konterangriffe, allerdings hatten die Flanken am Ende des Spielzugs nur selten Abnehmer.


Der neue FC Bayern war unter anderem bei Ecken erkennbar, Kovac hatte für solche Situationen einiges eingeplant. Zu hundert Prozent klappte dies zwar noch nicht, aber in der 23. Minute bescherte Thomas Müller seinem Team hierdurch die Führung.


Der heute erneut als freispielender Achter aufgebotene Müller köpfte nach einer von Joshua Kimmich ausgeführten Ecke den Ball freistehend ins Tor, dabei wurde er aus kurzer Distanz weder von den Defensivspielern der Gäste noch von Torhüter Oliver Baumann bedrängt.

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Traf zum 1:0: Thomas Müller


Das Spiel gewann danach kräftig an Tempo, die TSG versuchte direkt auszugleichen. Leonardo Bittencourt leitete einen Konterangriff ein und bediente den auf der linken Seite sprintenden Nico Schulz. Der 25-jährige Linksverteidiger spielte flach und präzise in die Mitte auf Durchstarter Joelinton, der den Ball kläglich einige Meter neben dem rechten Torpfosten bugsierte.


Die Bayern blieben sich jedoch ihrer Spielweise treu und schafften es oftmals, sich aus dem engen Pressing des Gegners herauszukombinieren.  Daraufhin kam es zu einer unschönen Aktion: Coman ging ins Eins-Gegen-Eins mit Nico Schulz und wollte nach einem Sprint den Ball stoppen. Der TSG-Flitzer ging jedoch mit einer gefährlichen Grätsche weiter Richtung Tor-Aus und nahm Coman mit auf den Boden.


Der 22-Jährige signalisierte sofort seine Unfähigkeit zum Weitermachen und ging anschließend weinend zu Boden, wo er unter anderem von Landsmann Franck Ribery getröstet wurde. Für sein Foul bekam Schulz erst nach Absprache mit dem VAR die gelbe Karte.


Daraufhin war Pause: Die TSG fiel in dieser Halbzeit vor allem durch viele Fouls auf, sonst tat man sich mit dem stark aufspielenden FC Bayern, bei dem mal wieder Thiago als Spielgestalter brillieren konnte, schwer. 

Die zweite Halbzeit zeigte dann zu Beginn ein anderes Bild. Die Sinsheimer übten Druck aus und versuchten, den deutschen Rekordmeister zu Fehlern zu zwingen. Das gelang der Elf von Julian Nagelsmann auch frühzeitig. Nach einem kapitalen Fehler von Jerome Boateng kam Adam Szalai an den Ball und netzte das Leder in der 58. Minute zum 1:1 ein.


Das Spiel beruhigte sich daraufhin. Das lag vor allem daran, dass beide Mannschaften einen Gang rausnahmen und versuchten, ihre Fehler zu minimieren. In dieser Phase kam es jedoch zu einer bitteren Verletzung. Torwart Oliver Baumann sprang in Kapitän Kevin Vogt hinein und traf ihn am Oberschenkel. Der defensive Mittelfeldspieler musste daraufhin das Spielfeld verlassen. 

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Musste verletzungsbedingt das Feld verlassen: Kevin Vogt 


Daraufhin wurde es hektisch in der Allianz Arena. Ein vermeintliches Foul an Franck Ribery von Havardt Nordveit sorgte für Unruhe, der Videobeweis wurde jedoch nicht eingeschaltet - wäre jedoch wohl notwendig gewesen. Daraufhin verschoss Lewandowski gegen Baumann, Arjen Robben traf im Nachschuss. Doch nun wurde der VAR eingeschaltet, der den Elfmeter aufgrund des verfrühten Einlaufens des Niederländers wiederholen ließ. Daraufhin traf Lewandowski in der 81. Spielminute. 


Danach überschlugen sich die Ereignisse: Goretzka schoss aus der zweiten Reihe und traf dabei versehentlich Müller. Der fälschte unhaltbar ab zum 3:1. Doch dieses Mal griff der VAR ein und gab den Treffer aufgrund eines Handspieles nicht. 


Das störte die Rot-Weißen jedoch nicht, die durch Arjen Robben in der 90. Spielminute das 3:1 endgültig erzielen konnten. Das war der Schlusspunkt einer Begegnung, die medial wohl noch einen großen Nachlauf haben wird. Im Fokus: Das vermeintliche Foul an Franck Ribery.