GELSENKIRCHEN, GERMANY - AUGUST 21: Head coach Domenico Tedesco of Schalke looks on during the Schalke 04 training session on August 21, 2018 in Gelsenkirchen, Germany. (Photo by TF-Images/Getty Images)

"Das Mannschaftsgefüge ist top" - Schalke-Coach Tedesco vor Liga-Start in Wolfsburg

Am vergangenen Wochenende siegte der FC Schalke 04 mit 2:0 beim FC Schweinfurt. Nach der Partie im DFB-Pokal steht nun für die Mannschaft von Domenico Tedesco das erste Bundesligaspiel auf dem Programm. Gegner ist der VfL Wolfsburg, der nach einer verkorksten Saison 2017/18 wieder eine stabilere Leistung bringen will, wobei der Abstiegskampf in diesem Jahr kein Thema werden soll.


Auf Schalke hingegen herrscht nach der Vize-Meisterschaft Euphorie, allen voran beim Trainer. Dieser wollte zwar nichts zur möglichen Startaufstellung sagen, doch neben einem Personal-Update gab er einen Hinweis darauf, wer anstelle des verletzten Bastian Oczipka spielen könne. 

1. Das Personal-Update

Beim Gastspiel in Wolfsburg wird Domenico Tedesco in jedem Fall auf Benjamin Stambouli, Yevhen Konoplyanka und Omar Mascarell verzichten müssen. Allerdings dürfte der Franzose nach seiner Verletzung am Syndesmoseband für eine längere Zeit ausfallen.


"Wir wissen es noch nicht hundertprozentig, weil gewisse Diagnostiken bevorstehen. Wir müssen uns das Ganze noch einmal anschauen. Wir haben ein erstes Bild, werden noch ein zweites machen, eine zweite Meinung einholen. Dann können wir eine seriöse Prognose stellen", kündigte Tedesco an. Derzeit rechnet man noch mit einer Ausfallzeit von "fünf oder sechs Wochen."


Konoplyanka und Mascarell fehlten jeweils aufgrund eines Muskelfaserrisses, doch beide sind auf dem richtigen Weg: "Kono hat den Muskelfaserriss im Adduktorenbereich gut überstanden, hat keinerlei Beschwerden mehr. Trotzdem gibt es ein kleines Restrisiko." Zwar trainiere der Ukrainer teilweise mit der Mannschaft mit, doch der komplette Einstieg soll erst in der kommenden Woche erfolgen.


Bei Mascarell sei es "ein Tick weniger riskant. Er hat nach der Eingliederung ins Training komplett mitmachen können und hatte am Sonntag noch ein kleines, individuelles Programm. Bei ihm ist es so: Er hat schwere Beine und wir wollen kein Risiko gehen. Ich glaube, dass das Spiel für ihn ein paar Tage zu früh kommt."

2. Wer könnte in der Startaufstellung stehen?

Auf der linken Abwehrseite sind derzeit Abdul Rahman Baba und Hamza Mendyl fit. Der Neuzugang ist zwar erst seit wenigen Tagen auf Schalke, doch Tedesco wollte einen Startelf-Einsatz in Wolfsburg nicht ausschließen: "Er verteidigt von Natur aus viel nach vorne, ist aggressiv unterwegs, hat es sehr gut gemacht. Da hat es im Training ein paar Mal gescheppert, das gefällt uns richtig gut. Er ist auf jeden Fall eine Option. Er ist fit." Jedoch könnte noch die Bürokratie dazwischenkommen: "Wir warten auf ein Dokument seitens der Botschaft, das könnte noch ein Hindernis sein. Aber da haben wir keinen Stress, zumal es Baba super gemacht hat."


Wer im Angriff starten wird, ließ der Trainer derweil völlig offen. Man habe mit Guido Burgstaller, Franco Di Santo, Cedric Teuchert, Breel Embolo, Mark Uth und dem verletzten Konoplyanka "sechs sehr gute Stürmer im Kader. Da ist es für das Trainerteam keine leichte Entscheidung. Aber das wollten wir so", sagte der 32-Jährige.

3. Spekulationen um weitere Transfers

Auch in dieser Woche wollten sowohl Tedesco als auch Christian Heidel mögliche Transfers in beide Richtungen "nicht ausschließen. Wir schauen uns den Markt schon das ganze Jahr an. Wir müssen abwarten, was bis zum 31. August noch passiert. Es ist beides möglich", so Heidel, der ein Update in der Personalie Johannes Geis geben konnte: "Ich weiß, dass es da Bemühungen gibt. Inwieweit die von Erfolg gekrönt sein werden, kann ich nicht beurteilen. Sollte das Interesse des Klubs oder des Spielers da sein, werden wir uns mit Geis und seinem Berater unterhalten."


Zu den Spekulationen um Sebastian Rudy wollte sich der 55-Jährige jedoch weiterhin nicht äußern: "Wir geben sicherlich nicht bekannt, wenn wir einen Spieler nicht verpflichten. Wir werden dann etwas sagen, wenn wir einen verpflichten. Stand heute haben wir keinen verpflichtet, da gibt es nichts Neues." 


Auch Tedesco hielt sich bedeckt: "Das sind alles Spekulationen und Namen, die keine Spieler von uns sind. Das [Sebastian Rudy, Anm. d. Red.] ist kein Junge, der bei Schalke 04 spielt, daher kann ich da auch nichts zu sagen." Allerdings halte man nach der Verletzung von Stambouli Ausschau nach einem weiteren Innenverteidiger: "Wir sind dabei, uns Gedanken zu machen und uns umzuschauen, aber da gilt: Kein Schnellschuss. Wir haben eine gute Mannschaft, und trotzdem müssen wir den Markt in Richtung Innenverteidiger scannen."

4. Die kommende Begegnung gegen den VfL Wolfsburg

Der Gegner des ersten Spieltages ist der VfL Wolfsburg. In der abgelaufenen Saison errangen die Schalker in der Liga einen Sieg und ein Remis, hinzu kam der 1:0-Erfolg im DFB-Pokal. Nach einer enttäuschenden Saison, in der die Wölfe sich in der Relegation gegen Holstein Kiel vor dem Abstieg retteten, rechnet Tedesco in dieser Saison mit einem anderen Gesicht.


"Die Wolfsburger haben sehr gute Testspiel-Ergebnisse erzielt, haben sich viel vorgenommen und haben, wenn man sich die Einzelspieler anschaut, einen guten Kader. Wir sind der felsenfesten Überzeugung, dass sie eine bessere Rolle spielen als in der letzten Saison." 


Davon will man sich jedoch nicht blenden lassen und stattdessen mit einem guten Gefühl in die neue Spielzeit gehen: "Ich glaube, sie werden keinen Trainer finden, der jetzt sagt 'Wir waren mit der Vorbereitung nicht zufrieden.' Wir haben ein positives Gefühl, ich glaube, dass die Vorbereitung intensiv war. Auch das Mannschaftsgefüge ist top."

5. Tedescos erstes Jahr auf Schalke

Seit einem Jahr ist Domenico Tedesco Trainer des FC Schalke und scheint sich in seiner neuen Umgebung schnell eingelebt zu haben. "Ich fühle mich pudelwohl", so der 32-Jährige, der sich eines vorgenommen hat: "Ich möchte mich nicht verändern, ich möchte immer der Gleiche bleiben. Ich bin für die Spieler immer noch der Trainer, der ich letztes Jahr war und der hoffentlich gewisse Entscheidungen klar kommuniziert, das möchten wir uns beibehalten. Ich freue mich jedes Mal, auf dem Trainingsplatz zu stehen, es gibt nichts Schöneres." 


Doch auch seine Familie scheint sich in der neuen Umgebung wohlzufühlen: "Es ist Gott sei Dank nichts anders, weil von Anfang an alles gut war. Es ist logisch, dass einige Sachen noch in Stuttgart waren, das ist nicht mehr der Fall. Wir sind komplett hier, fühlen uns hier wohl und haben unsere Heimat gefunden. Das ist ein gutes Gefühl, wenn man nach Hause kommt 

und die Familie glücklich ist."


Auch aus diesem Grund folgte kürzlich die Vertragsverlängerung bis 2022 - ein klares Zeichen an die Mannschaft und den Verein. 

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