Paris St. Germain hat sich mit Thilo Kehrer vom FC Schalke 04 zweifellos einen der talentiertesten Innenverteidiger Deutschlands ​gesichert. Stolze 37 Millionen Euro ließ sich der französische Meister die Dienste des 21-Jährigen kosten. Einen Stammplatz dürfte der Ex-Schalker zumindest zu Saisonbeginn aber dennoch nicht haben. Die Konkurrenz unter PSG-Coach Thomas Tuchel ist dafür wohl schlichtweg zu groß.


Auch wenn die gezahlte Ablöse der Pariser an den Vizemeister der abgelaufenen Bundesligasaison ohne Zweifel zeigt, wie groß der Glaube an das Potenzial von Kehrer ist, wird er sich in den nächsten Wochen wohl vorerst öfter nur auf der Bank wiederfinden. Die Defensive von Paris St. Germain ist mit Thiago Silva, Marquinhos und Presnel Kimpembe extrem gut aufgestellt und darüber hinaus bereits eingespielt. Kehrer hingegen ist ​nach seinem Wechsel erst seit wenigen Tagen im Mannschaftstraining unter Neu-Coach Thomas Tuchel und muss sich bei den Franzosen demnach hinten anstellen und um seinen Platz kämpfen. 

Paris Saint-Germain v SM Caen - Ligue 1

Auch unter Thomas Tuchel gesetzt als Kapitän und Abwehrchef: Thiago Silva



Mit Thiago Silva ist ein Platz in der Innenverteidigung der Hauptstädter sicher vergeben. Der Mannschaftskapitän mag zwar bereits 33 Jahre alt sein und seine beste Zeit hinter sich haben, dennoch ist er mit seiner Erfahrung und seinen Leaderqualitäten nach wie vor unverzichtbarer Stammspieler bei PSG. Daran dürfte weder die Ankunft von Thomas Tuchel noch die Verpflichtung von Thilo Kehrer etwas ändern. Wenig anders sieht die Lage bei Landsmann Marquinhos aus. Der 24-Jährige ist ebenfalls seit mehreren Jahren gesetzt und wird in Zukunft wohl die Nachfolge von Thiago Silva antreten. In Abwesenheit des Kapitäns trug er in der Vergangenheit bereits mehrfach die Kapitänsbinde, auch in der neuen Saison gehört er wohl sicher zu den Führungsspielern. 


Am ehesten angreifbar scheint in Bezug auf einen Platz in der ersten Elf wohl Presnel Kimpembe. Zwar hat man dem Franzosen durch einen langfristigen Vertrag bis Sommer 2023 bereits das Vertrauen ausgesprochen, dennoch leistete sich der 23-Jährige in der letzten Saison den einen oder anderen Patzer. Auch wenn Kimpembe zwei Jahre älter ist als Kehrer, ist auch er natürlich noch jung und wird sich sicher verbessern. Dennoch dürfte für Kehrer wohl am ehesten sein Platz im Team einzunehmen sein. 

FBL-FRA-LIGUE1-GUINGAMP-PSG

Ist mit zwei Siegen aus den ersten beiden Partien gut in seine neue Amtszeit bei Paris St. Germain gestartet: Coach Thomas Tuchel



Ohnehin stellt sich vor der Frage nach der Stammabwehr erst einmal die Systemfrage. Nicht wenige sind nach der Tuchel-Verpflichtung davon ausgegangen, dass der Ex-BVB-Coach auf eine Dreierkette setzen wird. In den ersten beiden Ligaspielen ließ der Deutsche seine Mannschaft jedoch mit einer Viererkette auflaufen. Inwieweit sich das in den kommenden Wochen noch ändern wird, bleibt abzuwarten. Kehrer selbst wäre ein System bestehend aus einer Dreierkette wohl am liebsten, kennt er dies doch bereits aus seiner Zeit beim FC Schalke 04 unter Erfolgscoach Domenico Tedesco. Zudem würde es mit drei Innenverteidigern einen Platz mehr geben als bei zwei zentralen Abwehrspielern einer Viererkette, um dem er kämpfen würde. Die nächsten Wochen werden sicher Aufschluss geben. 


Eins steht jedoch fest: Geschenkt bekommt auch ein 37-Millionen-Mann wie Kehrer beim ambitionierten Meister der Ligue 1 sicher nichts. Und wer weiß: Vielleicht findet ja auch Bayern-Star Jerome Boateng noch den Weg in die französische Metropole und heizt den Konkurrenzkampf bei PSG weiter an.