Nach dem 5:0-Kantersieg im Supercup hat der FC Bayern auch sein zweites Saisonspiel im Rahmen der ersten Runde des DFB-Pokals gewonnen – allerdings mit einigen Schönheitsmakeln! Beim SV Drochtersen/Assel triumphierte der Rekordmeister knapp mit 1:0. Dabei entpuppte sich der Viertligist als giftiger Gegner und nicht zuletzt extrem harte Nuss, die die Münchener erst neun Minuten vor dem Abpfiff knacken sollte – ein Achtungserfolg für die Niedersachsen.


SV Drochtersen/Assel – FC Bayern München 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Lewandowski (81.)

Zuschauer: 7.500


Münchens Cheftrainer Niko Kovac schonte sein Starensemble nicht und nahm im Vergleich zum 5:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt lediglich zwei personelle, wenngleich aber überraschende Änderungen vor: Rafinha ersetzte den verletzten David Alaba, Jerome Boateng, der zuletzt mehrfach mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht wurde, begann unterdessen für Niklas Süle (Bank).


Während parallel die Hoffenheimer TSG sowie der SV Werder Bremen nach rund 20 Minuten bereits mit 3:0 gegen den 1.FC Kaiserslautern (3. Liga) und Wormatia Worms (Regionalliga) führten, hielt der SV Drochtersen/Assel gegen den Rekordmeister und Rekord-Pokalsieger gut dagegen und hinten die Null.


Neuer muss retten!


Die Niedersachsen genossen ihr „Jahrhundertspiel“, ließen nicht locker und entpuppten sich als extrem harte Nuss, die die Bayern in einem höhepunktarmen ersten Spielabschnitt nicht knacken sollten. Offensiv fand die Kovac-Elf schlichtweg keine Mittel gegen kompakt stehende und aufopferungsvoll verteidigende Hausherren, die wiederum tatsächlich die Chance zur Führung hatten: Nach schönem Zusammenspiel mit Kapitän Sören Behrmann tauchte Florian Nagel alleine vor FCB-Schlussmann Manuel Neuer auf, der das 0:1 aus Münchener Sicht mit einer starken Fußabwehr verhinderte (33.).

Den Halbzeitpfiff und das damit verbundene 0:0 zur Pause zelebrierten die 7.500 Zuschauer im Kehdinger Stadion wie den Champions-League-Sieg – und dieser Jubel war teils berechtigt, konnte der Viertligist nach 45 Minuten doch mit Fug und Recht von sich behaupten, den Bayern ein Bein gestellt zu haben.


Nach dem Pausentee machten beide Teams da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Mit der Einwechslung von Goretzka für Hummels bekam der Rekordmeister allerdings mehr Druck aufs Zentrum und kombinierte sich so mit mehr Tempo durch den niedersächsischen Abwehrverbund. Thiago belohnte seine Mannschaft um ein Haar, hatte aber Pech als sein Schlenzer auf den Querbalken klatschte (55.). Neun Minuten vor Ende der Partie war der Bann dann allerdings doch gebrochen: Goretzkas Schuss aus der zweiten Reihe landete bei Robert Lewandowski, der zum 1:0 abstaubte.

Bis Schiedsrichter Thorben Siewer die Partie abpfiff, geschah nicht mehr viel, sodass es beim überraschend knappen Erfolg des haushohen Favoriten blieb. Der FC Bayern steht damit in der zweiten Runde des DFB-Pokals und ist am kommenden Freitag (20:30 Uhr) in der Bundesliga gefordert, wenn man zum Auftakt 1899 Hoffenheim empfängt. Der SV Drochtersen/Assel kann derweil mit Fug und Recht von sich behaupten, dem Rekordmeister ein Bein gestellt zu haben – ein echter Achtungserfolg für den Regionalligisten, für den es in der Liga am Sonntag in zwei Wochen weiter geht. Dann treffen die Niedersachsen auf die Zweitvertretung des SV Werder Bremen.