​Schon im ersten Ligaspiel gegen den VfL Bochum nicht eingesetzt, stand Vincent Koziello auch gegen den 1. FC Union Berlin nicht auf dem Platz. Trotz seiner zweifelsohne starken Technik und seiner Kreativität verzichtete Coach Markus Anfang bislang auf die Dienste des Mittelfeldspielers. Dabei dürfte vor allem mit Blick auf den unsicheren Spielaufbau eins klar sein: Koziello muss spielen. 


Als der ​1. FC Köln den kleinen Franzosen für drei Millionen vom OGC Nizza verpflichtete, dauerte es ein wenig, bis er sich an die neue Heimat und die ungewohnte Umgebung gewöhnt hatte. Danach allerdings gehörte Koziello meist zum Stammpersonal und lieferte überwiegend ansprechende Leistungen. Vor allem seine Ballkontrolle, sein Passspiel und seine Übersicht sind neben seiner Technik Eigenschaften, die in dieser Qualität ansonsten nur selten im Kader der Kölner zu finden sind. Koziello ist mit seinen 22 Jahren ein echtes Talent, wenn er es denn zeigen darf.

Wuppertaler SV v 1. FC Koeln - Friendly Match

Wartet weiter auf seinen ersten Einsatz in Liga 2: Vincent Koziello



​Gegen die Hauptstädter offenbarte sich beim 1. FC Köln eindeutig, dass man Probleme hat, das eigene Spiel von hinten heraus aufzubauen. Mit Jonas Hector auf der alleinigen Sechs im defensiven Mittelfeld, übernahmen meist die beiden Innenverteidiger Lasse Sobiech und Rafael Czichos das Kommando, spielten die Bälle mitunter über 30 Meter in die gegnerische Hälfte, wo der eigene Mitspieler nur unter Mühe und mit dem Rücken zum gegnerischen Tor an die Kugel kam und im Anschluss direkt unter Druck geriet. Zwar hat man mit Nationalspieler Hector durchaus jemanden, der das Spiel auch aufbauen kann, er ist jedoch eher der Mann für die sicheren Bälle. 


Einen Raumgewinn durch einen Pass erzwingen und Torchancen einleiten oder gar selbst vorbereiten: Das ist eigentlich genau das, wofür man eben jenen Vincent Koziello verpflichtete. Zumal Niklas Hauptmann und Dominick Drexler bei ihren letzten Auftritten auch nicht wirklich vollends überzeugen konnten. 

Mit seinen 1,68 Metern Körpergröße ist der 22-Jährige quirlig und kann sich immer wieder seines Gegenspielers entledigen. Mit seinem guten Auge ist er in der Lage, Situationen zu erkennen, einzuschätzen und zielführend darauf zu reagieren. Natürlich bedarf es mit ihm auf dem Feld einer Absicherung im Defensivverbund, doch dafür ist der Kader des "Effzeh" gut genug aufgestellt. Auch in Sachen Torabschluss kündigte er zuletzt an, zulegen und torgefährlicher werden zu wollen - doch dazu bedarf es erst einmal einer Einsatzchance. Die Qualität von Koziello ist grundsätzlich eigentlich zu hoch für die 2. Bundesliga, was nicht zuletzt das Interesse des FC Arsenal an ihm in der Vergangenheit belegen dürfte. Auch FC-Coach Markus Anfang sollte dies mittlerweile eigentlich bemerkt haben und seine Aufstellung dahingehend anpassen. Denn mit Blick auf die gestrige Partie ist eins offensichtlich: Koziello muss spielen.