Für einen Spieler stellt der Wechsel von Thilo Kehrer zu Paris St. Germain keine gute Nachricht dar: Jerome Boateng. Der Innenverteidiger des ​FC Bayern München kokettierte mit einem Wechsel in die französische Hauptstadt, doch dieser Traum zerschlägt sich plötzlich.


Dass Boateng nach Paris wechseln wollte, war längst ein offenes Geheimnis. Die Verantwortlichen des FC Bayern München sagten zudem früh zu, ​bei einem entsprechenden Angebot keine Steine in den Weg legen zu wollen. Nachdem über ein Treffen mit Thomas Tuchel im Mai berichtet wurde, nahmen die Gerüchte langsam Fahrt auf – ein Wechsel wurde immer konkreter.


Auch, weil Boateng Manchester United absagte. Der englische Rekordmeister erkundigte sich demnach im Rahmen des Testspiels gegen die Münchner über das Preisschild des Weltmeisters, da man händeringend nach einem Innenverteidiger suchte. Allerdings erhielt Trainer Jose Mourinho offenbar eine Absage von Boateng persönlich, der damit verdeutlichte, wohin es ihn zieht.

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  Gerüchten zufolge war Boateng ein Wunschspieler von Thomas Tuchel - doch das Wort des neuen Trainers scheint noch nicht genügend Gewicht zu besitzen


​In Paris schien man allerdings nicht zu 100 Prozent überzeugt zu sein. Obwohl es noch vor einigen Tagen hieß, die Gespräche zwischen beiden Vereinen hätten begonnen, vermeldete Sky plötzlich, dass ein Transfer aus zwei Gründen unwahrscheinlich erscheint: Zum einen sei die kolportierte Ablösesumme von 50 Millionen Euro nicht zu stemmen, Gründe hierfür sind mögliche Konsequenzen durch das Financial Fair Play, in dessen Visier PSG seit Jahren gerät. Zum anderen stehe der 29-Jährige nicht wirklich auf der Wunschliste des Vereins. Stattdessen wolle man einen jüngeren und im Endeffekt günstigeren Spieler verpflichten, statt einen gestandenen Akteur wie Boateng, der auf die 30 zugeht, da man mit Thiago Silva (33) bereits über einen Routinier verfügt.


Quo vadis, Jerome Boateng?


Dementsprechend spricht derzeit alles dafür, dass Boatengs Zukunft bei nur einem Verein liegen kann: dem FC Bayern. In München steht er noch bis 2021 unter Vertrag, Angebote von Vereinen wie dem FC Barcelona – der in der Vergangenheit immer wieder Interesse zeigte - oder Real Madrid scheinen derzeit unrealistisch. Zudem wäre er bei Ablauf der Vertragslaufzeit bereits 32 Jahre alt, was ihn eventuell eher dazu verleiten lassen würde, dann seine Karriere ausklingen zu lassen - es sei denn, er verlässt die Bayern schon vorher. Stand jetzt scheint es jedoch so, als hätte sich Jerome Boateng verzockt: Bei PSG sind seine Dienste nicht gefragt.


Stattdessen verpflichtet man Thilo Kehrer vom FC Schalke 04. Der Transfer ist auf den Zielgeraden, laut Sport-Vorstand Christian Heidel seien nur noch Details zu klären. Kehrer steht mit 21 Jahren noch am Anfang seiner Karriere, kann zudem vielseitig in der Defensive eingesetzt werden. Rein perspektivisch gesehen ist diese Verpflichtung sinnvoller, zumal die Ablösesumme mit 37 Millionen Euro etwas geringer ausfällt – wobei auch das Gehalt geringer sein dürfte, als es bei Boateng der Fall wäre.

Die Mannschaftskollegen beim Rekordmeister dürfte es jedenfalls freuen, dass sich der Wechsel in die Ligue 1 scheinbar zerschlagen hat: "Jerome gehört für mich zu den besten Innenverteidigern der Welt. Wir haben mit ihm schon viele Erfolge gefeiert, ich kenne ihn sehr lange. Jerome ist sehr, sehr wichtig für diese Mannschaft. Es ist ganz wichtig, dass wir außer Arturo noch keinen abgegeben haben. Das ist das Allerwichtigste, weil wir viel Qualität in der Mannschaft haben. Das muss zusammen bleiben, dann können wir erfolgreich sein", sagte beispielsweise​ Arjen Robben laut ​tz. Doch klar ist: Diese Wechselposse hat sich Jerome Boateng offensichtlich anders vorgestellt.