Noch vor einer Woche brillierte Borussia Mönchengladbach beim 3:0-Sieg über den FC Southampton, doch nach der gestrigen Niederlage gegen Espanyol Barcelona kehrte wieder Ernüchterung bei den 'Fohlen' ein. Trainer Dieter Hecking war allen voran mit dem fehlenden Tempo der Mannschaft unzufrieden, das sich in seinen Augen im zweiten Durchgang bemerkbar gemacht hat.


Bislang durchlebte Borussia Mönchengladbach eine ordentliche Vorbereitung. Der Tabellenneunte der vergangenen Saison stellte sein System auf ein 4-3-3 um, verstärkte sich mit Alassane Plea sowie Michael Lang und zeigte in den bisherigen Testspielen ordentliche Leistungen. Nach nur einer Niederlage aus sieben Partien gab es bei der gestrigen Begegnung in Wegberg jedoch den zweiten Rückschlag: Gegen Espanyol Barcelona setzte es ein 1:3. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff brachte Pablo Piatti die Katalanen in Führung, nach 62 Minuten erhöhte Borja Iglesias auf 2:0. Auf den Anschlusstreffer von Josip Drmic folgte jedoch nicht der Ausgleich, sondern der entscheidende Treffer durch Marc Roca.

"Das war heute natürlich weniger gut", resümierte Hecking im Nachhinein gegenüber ​fohlen-hautnah. Zwar sei der 53-Jährige mit den ersten 30 Minuten der Partie zufrieden gewesen, doch in der Folge habe man sich "das Leben selbst schwer gemacht. Wir haben zu langsam gespielt und im Mittelfeld immer erst die Lösung nach hinten gesucht. Das war nicht das, was wir wollten und dann kriegst du noch das dumme 0:1." Ausschlaggebend für den Treffer war ein Patzer von Torhüter Yann Sommer, der nach einem Zuspiel von Patrick Herrmann im Rasen hängen blieb und wegknickte.


Mangelnde Konsequenz gegen den Ball: "Da läuft man ins Leere"


"In der zweiten Halbzeit hat man dann schon gesehen, dass Espanyol sehr ballsicher agiert hat", so Hecking, der zusah, wie seine Mannschaft "oft hinterherlaufen" musste. "Da hat immer der letzte Schritt gefehlt, um dann auch mal richtig hinzukommen. Das müssen wir generell besser machen. Wir waren oft in Halbsituationen drin, wo wir eigentlich gut anlaufen, aber dann nicht die Konsequenz haben durchzulaufen. Da läuft man gegen eine spielstarke Mannschaft immer wieder ins Leere und die Meter werden lang."


Die weiteren Gegentreffer vielen jeweils nach einem Standard – zum Ärger des Trainers, der zugleich darauf hofft, dass die harte Gangart des Gegners in Zweikämpfen vor allem für Spieler wie Mandela Egbo, Florian Neuhaus, Louis Beyer oder Andreas Poulsen hilfreich für die weitere Entwicklung ist: "Das ist genau das, was unsere jungen Spieler noch lernen müssen: Dass sie auf dem Niveau, auf dem sie sind, vom Zweikampfverhalten her zulegen und solche Spiele dann auch annehmen müssen."

Borussia Moenchengladbach Training Camp

  Dieter Hecking hofft nun darauf, die richtigen Schlüsse zu ziehen


Generell wolle man aus diesem Test lernen. "Das Positive ist, dass wir heute gesehen haben, 

wo es noch fehlt. Das ist für mich erstmal wichtig. Gegen Southampton waren viele Dinge richtig gut. Heute hat man viele Dinge gesehen, die es dann gegen solche Gegner auch zu verbessern gilt. Natürlich hätten wir lieber gewonnen, aber für uns gibt es ein paar Erkenntnisse, die jetzt auch mit Blick Richtung Saisonstart wichtig sind", so Heckings abschließendes Fazit. In der kommenden Woche beginnt die Saison mit der DFB-Pokal-Partie beim fünftligisten BSC Hastedt, am 25. August erfolgt der Auftakt in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen. Bis dahin wird Hecking darauf hoffen, die Fehler mit, aber auch gegen den Ball ausmerzen zu können.