Eljero Elia wechselte in einer Zeit zum Hamburger SV, als die Hanseaten noch keine Lachnummer waren. Persönlich überzeugte der Niederländer in den ersten Monaten, er spielte sich, glaubt man Elias Aussagen, sogar auf den Schirm des FC Bayern München. Doch Juventus Turin bekam den Zuschlag, seitdem ist Elia nicht mehr heimisch geworden. Ins Nationalteam kehrte er trotzdem zurück, obwohl sein Charakter noch immer fragwürdig ist.


2009 spielte Elia für Twente Enschede - sogar so gut, dass er zum besten Nachwuchsspieler der Liga gewählt wurde. Der HSV schlug für neun Millionen Euro zu, der damals 22-Jährige entwickelte sich zu einem der verheißungsvollsten Talente der Bundesliga und wusste besonders in den Anfangsmonaten zu überzeugen. Auch dank Elias Dribbelstärke und Antrittsschnelligkeit war der HSV ein attraktives Fußballteam, nach 17 Spieltagen stand man auf Platz vier nur zwei Punkte hinter dem drittplatzierten Bayern München. 


Wollte der FC Bayern Elia?


Im September 2009 debütierte Elia für die holländische Nationalmannschaft, in der Rückrunde verletzte er sich jedoch am Knöchel und der HSV rutschte auf Rang sieben ab. In der folgenden Saison ließen Elias Leistungen allerdings kräftig nach, Hamburg landete auf Platz acht, aber Elia wünschte sich eine Veränderung. Angeblich soll auch der FC Bayern interessiert gewesen sein. "Ich habe sehr gut gespielt beim HSV und Bayern wollte mich nach Saisonende holen. Mein Berater war schon dort und es lag ein Vertrag vor", sagte der heute 31-jährige gegenüber dem Radiosender FunX


2011 griff Juventus Turin zu, doch in der Serie A kam er nie in Fahrt und pendelte zwischen Bank und Tribüne. Nur fünfmal lief er für den italienischen Meister 2012 unter Trainer Antonio Conte auf. Nach einer verlorenen Spielzeit wechselte er zu Werder Bremen, doch in zweieinhalb Jahren konnte er nicht mehr an die früheren Leistungen anknüpfen. Bremen gelang mit Elia zwar ein Transfer-Coup, den vielversprechenden Namen konnte der Niederländer an der Weser jedoch nicht bestätigen. Öffentlich bekundete Elia seinen Unnmut, zu allem Überfluss wurde er suspendiert. Bremen war froh, 2015 mit dem FC Southampton einen Abnehmer für den extrovertierten Profi gefunden zu haben. 


In der Premier League kam Elia nicht wirklich an, so ging die Reise bald weiter zu Feyernoord Rotterdam, wo er endlich wieder für Aufsehen sorgte. 2016 wurde er Pokalsieger, 2017 trug er wesentlich zum Gewinn des Meistertitels bei. Doch statt im Heimatland zu bleiben, wo er nach langer Zeit mal wieder glänzte, verließ er auf eigenen Wunsch Rotterdam gen Istanbul. Bei Basaksehir traf er auf zahlreiche alternde Stars wie Emmanuel Adebayor, Gökhan Inler oder Emre Belözgulu. Gar nicht einmal unerfolgreich schloss Elia und sein Team die vergangene Saison auf Platz drei ab, derzeit versuchen sie die Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase 2018/2019 erfolgreich zu überstehen. 


Nationalelf-Rückkehr nach sechs Jahren


Auch in der Nationalmannschaft spielte Elia zuletzt wieder in den Tests gegen die Slowakei und Italien. Für "Oranje" hatte er davor 2012 sein letztes Spiel bestritten. Elia wird die Niederlande wohl nicht in eine glorreiche Zukunft führen, bemerkenswert ist es jedoch schon, dass er wieder mitmischen darf. 


Trotzdem haben Elia immer wieder selbstverschuldete Scherereien zurückgeworfen. Seinen Mitspieler Dirk Kuyt attackierte er auf Twitter und machte sich damit wenig Freunde. Nach einer Schlägerei musste er 2016 eine Nacht im Gefägnis verbringen. Hätte er seine Probleme in den Griff bekommen, wer weiß, was aus dem talentierten Elia geworden wäre. ​