​Tottenham Hotspur überraschte diesen Sommer auf dem Transfermarkt: Die 'Spurs' sind der erste Premier-League-Verein seit 2003, der keinen Sommer-Transfer getätigt hat. In einer Zeit, in der die Fans nur noch so nach neuen Transfers lechzen, zeugt das einerseits von Mut und Vertrauen in die eigene Mannschaft, andererseits ist das für ein Team dieses Kalibers sehr riskant. Die 'Spurs' werden dieses Jahr erneut in der Champions League spielen und ohne einen breiten Kader könnte dies sehr schwer werden.


Tottenham ist also der erste Premier-League-Klub, der seit der Einführung des Sommer-Transferfensters im Jahr 2003 keinen neuen Spieler im Sommer verpflichtet hat. Trainer Mauricio Pochettino hat sich entschieden, seine Mannschaft in diesem Sommer nicht zu verstärken und der Verein wird zum ersten Mal im neuen Stadion spielen.

Es ist nachvollziehbar, dass ein Verein nach einer großen Investition, wie dem Bau eines neuen Stadions, Geld sparen muss und Tottenham hat bereits die letzten Jahre sehr wenig Geld für neue Spieler ausgegeben. Keinen einzigen Transfer zu tätigen, ist aber eher ein Zeichen dafür, dass die Verantwortlichen es schlichtweg versäumt haben, passende Spieler zu finden. Dass es davon genügend gibt, zeigen allein zwei Transfers des Erzrivalen FC Arsenal. 


Der routinierte Stephan Lichtsteiner ist zwar bereits 34 Jahre alt, aber 16 gewonnenen Titeln als Spieler von Juventus Turin ist er dennoch eine Verstärkung für die 'Gunners'. Dazu kam er ablösefrei. Der andere Transfer ist Matteo Guendouzi. Der 19-jährige Franzose kam für schlappe acht Millionen Euro, konnte in der Vorbereitung aber vollends überzeugen und könnte in dieser Saison ein wichtiger Bestanddteil der Mannschaft werden. Die Arsenal-Fans wird der ereignislose Sommer der 'Spurs' natürlich freuen, wie der Tweet beweist.


Ein kleiner Blick auf die Entstehung der Transferphasen: Bevor die Sommer-und Winter-Transferfenster in England zum Einsatz kamen, konnten die Vereine während der gesamten Saison bis zum 31. März Spieler kaufen oder verkaufen. Das lag daran, dass alle darüber hinausgehenden Geschäfte die Integrität des Wettbewerbs beeinflussten. Das derzeitige System wurde für die Saison 2002/2003 im Rahmen einer Vereinbarung mit der Europäischen Kommission eingeführt. Jenes System sollte sowohl für die Spieler als auch für die Vereine am besten sein und von da an traten die Sommer- und Wintertransferfenster in Kraft. Das System wird seitdem universell eingesetzt und ist heute fester Bestandteil des modernen Fußballs.