Lange Zeit wussten sowohl Patrick Herrmann, als auch dessen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach nicht, ob sie ihre jahrelange Zusammenarbeit auch in der kommenden Saison fortsetzen sollen. Am Ende entschied man sich jedoch einvernehmlich dafür, weiterhin an einem Strang zu ziehen. Was manche vielleicht als Zeichen von Schwäche ansehen könnten, hat dabei sehr nachvollziehbare Gründe.​


Seit nunmehr zehn Jahren läuft der mittlerweile 27-Jährige im Trikot der 'Fohlen' auf. Nach zwei Jahren in der U19 konnte er sich dabei bereits in der Saison 2009/2010 über seine ersten Spiele für die Profis freuen. Es folgten mehrere Jahre, in denen der Mittelfeldspieler aus der Startelf kaum wegzudenken war, so verpasste er in der Saison 2014/15 kein einziges Spiel.

Kam er in der Folgesaison noch auf stolze 32 Einsätze, wurde es in den nächsten Jahren deutlich weniger. In der abgelaufenen Saison stand der Flügelflitzer jedoch in der Bundesliga immerhin 23 Mal auf dem Rasen. Da der Vertrag des Borussen-Urgesteins im Sommer 2019 jedoch ausläuft und er in der vergangenen Saison lediglich zwei direkte Torbeteiligungen vorzuweisen hat, war klar, dass man sich bei den Gladbachern gründlich überlegt, ob man weiterhin auf die Dienste des ehrgeizigen Profis setzen möchte, oder die letzte Möglichkeit ergreift, bei einem möglichen Verkauf noch einmal Geld zu generieren.


Gegenüber dem kicker erklärte Herrmann nun jedoch, dass man sich gemeinsam an einen Tisch gesetzt habe und zu dem Entschluss gekommen sei, dass seine nähere Zukunft weiterhin bei der Borussia liegt. In einem Beitrag auf Instagram holte der zweifache deutsche Nationalspieler noch etwas weiter aus und begründete seine Entscheidung vor allem damit, dass er sich dem Verein gegenüber weiterhin sehr tief verbunden fühlt. Die Gladbacher können somit eine echte Identifikationsfigur halten, was in dem heutigen Fußballgeschäft keine Selbstverständlichkeit ist.

Borussia Moenchengladbach v Bayern Muenchen - Bundesliga

Patrick Herrmann will seinen Trainer Dieter Hecking durch Leistung überzeugen


Trainer Dieter Hecking kann durch den Verbleib des Mittelfeldakteurs somit auf den Außenbahnen aus dem Vollen schöpfen und muss nicht bei jeder kleinen Verletzung eines Mittelfeldspielers befürchten, dass das Team auseinander fällt. Mit einer Rolle als reiner Back-up dürfte sich Herrmann aber zurecht nicht zufrieden geben und so wird der Konkurrenzkampf auf der rechten Seite belebt. Da Ibrahima Traore ohnehin sehr verletzungsanfällig ist, hat der erfahrene Profi durchaus Chancen, sich in die Startelf zu spielen.


Dadurch dass beide Parteien relativ frühzeitig für klare Verhältnisse gesorgt haben, können sie sich nun aufs Wesentliche, sprich die Vorbereitung auf die kommende Saison, konzentrieren. Gestaltet sich die kommende Spielzeit wider Erwarten nicht wie erwünscht, hat der Rechtsaußen auch im kommenden Sommer die Chance, einen neuen Verein zu finden und auch die Borussen können ihre Augen nach einem möglichen Nachfolger offen halten. Ein großes Risiko gingen beide Seiten somit nicht wirklich ein.