Im Kader von Borussia Dortmund ist Marco Reus der wohl beste Spieler, den die Westfalen zu bieten haben. Doch nur gut zu spielen, reicht dem 29-Jährigen mittlerweile nicht mehr aus. Wie er nun verkündete, wolle er ab der kommenden Saison noch stärker in eine Führungsrolle innerhalb der Mannschaft wachsen - die Kapitänsbinde scheint dabei nur der Anfang.


Dass Reus das Kapitänsamt in Dortmund übernehmen wird, scheint nur noch eine Formalität zu sein. Der Angreifer, der vor sechs Jahren zu seinem einstigen Jugendverein zurückkehrte, belebt das Spiel auf dem Platz enorm und identifiziert sich wie kaum ein anderer mit dem Klub.


Im März dieses Jahres verlängerte er seinen Vertrag bis 2023 - ​trotz lukrativer Angebote. Ein klareres Bekenntnis hätte er kaum liefern können. Bislang stand Reus 204-mal für den BVB auf dem Platz, in der Zukunft sollen viele weitere Partien hinzukommen. 

Borussia Dortmund Training Session

  Mittlerweile befindet sich Marco Reus wieder im Mannschaftstraining - und will in der kommenden Spielzeit wichtiger denn je sein


Doch für ihn steht an oberster Stelle, dass die Mannschaft wieder zu alter Stärke zurückfindet. "Wir hatten gute Jahre. Wir müssen es wieder hinbekommen, das Gefühl zu entwickeln, für einen besonderen Verein zu spielen", sagte er laut Ruhrnachrichten im Sponsoren-Talk 'Brinkhoff's Ballgeflüster'. 


Reus wolle beim Prozess mit anpacken und seine gesammelte Erfahrung aus den vergangenen Jahren nutzen. "Ich bin nicht mehr ganz so jung. Jetzt will ich etwas aufbauen", wurde er in derwesten zitiert. Soll heißen: Er will vorangehen, die jungen Talente mitziehen und eine wichtige Stütze für Trainer Lucien Favre werden, der das Talent Reus einst in Mönchengladbach zu dem Weltklassespieler formte, der er heute ist.


Lobeshymne auf Favre


Für den 60-Jährigen hat er dementsprechend nur warme Worte übrig: "Fachlich und menschlich ist Lucien Favre der beste Trainer, mit dem ich in meiner Karriere zusammengearbeitet habe. Er ist unheimlich detailversessen. Was ich bislang gesehen habe, ist Wahnsinn."


So zeige er den Spielern "wie du verteidigen sollst, wo du richtig stehst, welchen Fuß des Mitspielers du anspielen musst." Dass Favre gute Arbeit leistet, ist seit Jahren ein offenes Geheimnis. Aber dass er auch beim BVB erfolgreich sein kann, lässt sich bereits aus den ersten Testspielen der Vorbereitung herauslesen. 

Klar ist jedoch auch: Für eine erfolgreiche Saison braucht es einen gesunden Marco Reus, dessen Verletzungsanfälligkeit das größte Problem ist. Zahlreiche langfristige Ausfälle warfen ihn immer wieder außer Gefecht, doch der Verein hielt stets zu ihm - was er nun auf und neben dem Platz zurückzahlen will.