​Spätestens durch seine starken Leistungen bei der Weltmeisterschaft in Russland hat sich ​Benjamin Pavard in die Wunschliste von so manchem internationalen Schwergewicht gespielt. Nachdem Sportvorstand Michael Reschke unlängst erklärte, dass bislang dennoch kein konkretes Angebot auf seinem Tisch landete, versicherte nun auch Bayern-Boss ​Karl-Heinz Rummenigge, dass man von einer Verpflichtung des Innenverteidigers noch in diesem Sommer absehen werde. Für den ​VfB Stuttgart bedeutet dies ein neues Maß an Planungssicherheit.


In einem Interview mit der Sport Bild stellte Rummenigge unmissverständlich klar, dass Pavard auch bei einem Abgang von Jerome Boateng noch in dieser Transferphase für die Bayern vorerst kein Thema sei. Dabei unterstrich der 62-Jährige, dass der Rekordmeister in der Innenverteidigung sehr gut aufgestellt ist: "Wir haben Hummels, wir haben Süle, wir haben Martínez, der in der Innenverteidigung spielen kann, auch Alaba und noch zwei junge Spieler, Lukas Mai und Chris Richards. Da ist viel Qualität."

Vor allem VfB-Trainer Tayfun Korkut dürfte über die neuesten Entwicklungen höchst erfreut sein, gilt es doch, eine Stammelf für die kommende Saison zu finden. Auch wenn sicher ist, dass der zwölffache französische Nationalspieler spätestens nach dem Ablauf der Spielzeit 2018/19 den Verein verlassen wird, führt an dem variabel einsetzbaren Verteidiger derzeit überhaupt kein Weg vorbei. Da er mit seiner Situation auch sehr offen umgeht, dürfte es auch innerhalb der Mannschaft kaum zu Rissen kommen, selbst wenn seine Teamkollegen die Gewissheit haben, dass eine Zusammenarbeit nur noch auf Zeit bestehen wird.


Durch einen Verbleib des 22-Jährigen stehen dem VfB aktuell fünf Innenverteidiger zur Verfügung. Dies mag auf den ersten Blick etwas viel erscheinen, wenn der Cheftrainer der Schwaben in der kommenden Saison aber auch gelegentlich mit einer Dreierkette plant, könnten zwei fähige Innenverteidiger in der Hinterhand eine gute Absicherung darstellen. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass Marcin Kaminski noch von der Gehaltsliste der Schwaben gestrichen und womöglich für eine Jahr ausgeliehen wird.

VfB Stuttgart v Hamburger SV - Bundesliga

In der vergangenen Saison stand Pavard in der Bundesliga stets in der Startelf


Auch für Sportvorstand Michael Reschke bedeutet eine Saison mit dem Shootingstar, dass er sich weiter nach Alternativen für den frischgebackenen Weltmeister umschauen kann. Gut möglich ist jedoch auch, dass es Timo Baumgartl und Holger Badstuber gelingt, den 60-Jährigen durch gute Leistungen in dieser Saison zu überzeugen auch in Zukunft vorrangig auf die Beiden zu setzen. Die Einnahmen, die ein Pavard-Transfer im kommenden Sommer einspielen wird, könnten dann eventuell dafür benutzt werden, auf anderen Positionen noch einmal nachzurüsten.


Durch einen Verbleib des Rechstfußes steigen auch die Chancen, in dieser Saison erfolgreich zu sein. Eine zweite Spielzeit nach einem Aufstieg gestaltet sich oftmals als schwierig und daher können sich die Stuttgarter glücklich schätzen, einen unangefochtenen Stammspieler weiterhin in ihren Reihen zu haben, auch wenn sie durch einen Verkauf in diesem Sommer sehr viel mehr Geld hätten einnehmen können, als in einem Jahr, wenn die Ausstiegsklausel in Höhe von 35 Millionen Euro greift.