Die vergangenen Jahre waren für Josip Drmic nicht einfach. Nach einer enttäuschenden Saison bei Bayer Leverkusen wechselte der Schweizer zu Borussia Mönchengladbach, konnte sich jedoch auch dort nicht durchsetzen und erlitt zudemeinige Rückschläge, die ihn nicht selten zu einer Pause zwangen. Seine Zukunft ist derzeit offen, weshalb er nach seiner Rückkehr zur Mannschaft erst einmal mit Sportdirektor Max Eberl sprechen will, um die Frage nach dem, was kommt, zu beantworten.


Eigentlich passt Josip Drmic in das Angriffsprofil der 'Fohlen'. Der 25-Jährige ist ein mitspielender Stürmer, variabel einsetzbar, treffsicher im Abschluss und technisch versiert. Doch so richtig konnte er am Niederrhein nicht zünden, nachdem er noch in der Saison 2013/14 17 Tore für den 1. FC Nürnberg erzielte.


Gegen die etablierten Thorgan Hazard, Lars Stindl oder Raffael blieb er meist ohne echte Chance auf einen Stammplatz, viele Einsatzminuten standen ihm daher nicht zu. Eine Leihe zum Hamburger SV sollte Abhilfe schaffen, doch dort zog er sich nach nur einem Monat einen Knorpelschaden zu und kehrte daher erst nach neun Monaten auf das Spielfeld zurück.


Es blieb überwiegend bei Kurzeinsätzen, ehe Drmic im April vergangenen Jahres eine erneute Knieverletzung erlitt und wieder lange Zeit ausfiel. Zwischenzeitlich war die Karriere in Gefahr, doch der Nationalspieler biss sich zurück, erzielte im Schlussspurt der Liga vier Tore und durfte mit zur Weltmeisterschaft fahren.

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  Josip Drmics Freude über das Tor gegen Costa Rica war spürbar



Dort scheiterte die 'Nati' im Achtelfinale an Schweden, doch viel bedeutsamer war das 2:2-Remis gegen Costa Rica, bei dem Drmic in der 88. Minute die zwischenzeitliche 2:1-Führung erzielte. "Ich hätte in dem Moment weinen können, so unglaublich hat sich das angefühlt, es war eine Riesenexplosion in mir drin. Ich habe so lange und so hart gearbeitet und dann kommt so ein Geschenk", blickte er gegenüber RP-Online zurück. 


Drmic sucht das Gespräch mit Eberl


Seit Monaten wird über einen Wechsel spekuliert, doch dazu kam es bislang noch nicht: "Mein Plan war, nach dem Urlaub hierher zukommen und mich auf Borussia vorzubereiten, dann sehen wir weiter." Es sei "klar", dass sich beide Seiten Gedanken über die Zukunft machen müssen. Drmics Vertrag läuft bis Sommer 2019, vor einigen Tagen holte man in Person von Alassane Plea zusätzliche Verstärkung im Angriff. Die Chancen auf regelmäßige Einsätze sinken weiter, weshalb eine Trennung am wahrscheinlichsten gilt.

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 Soll der Mann für die Tore werden: Alassane Plea



Die Bild berichtete über einen vermeintlichen Wechsel nach England, als Interessenten gelten der FC Watford, der FC Burnley und der AFC Bournemouth. Wohin die Reise geht, sei derzeit jedoch unklar: "Ich kann im Moment nichts sagen. Es steht weder ein Angebot noch ein konkretes Timing."

Doch im Falle einer Trennung scheint ein Verkauf wahrscheinlich. Nach drei enttäuschenden Jahren in Mönchengladbach sieht es so aus, als wolle Drmic bei einem anderen Klub von vorne beginnen. Denn klar ist: Der Stürmer will um jeden Preis spielen, fit bleiben und wieder regelmäßig Tore erzielen.