In der vergangenen Saison hatte Borussia Mönchengladbach nicht nur mit einer Torflaute in der Offensive, sondern auch mit einer Gegentor-Flut im defensiven Bereich zu kämpfen. In der Vorbereitung will man auf beiden Seiten die nötigen Mittel finden, um das Spiel der Mannschaft wieder in richtige Bahnen zu lenken - weshalb vor allem die Abwehrarbeit mehr in den Fokus rückt.


​Wenn Borussia Mönchengladbach den Platz betritt, fallen viele Tore. So war es in der Vergangenheit der Fall, doch nicht immer musste Yann Sommer so viele Gegentore hinnehmen, wie in der abgelaufenen Spielzeit. Die Bilanz aus den vergangenen drei Jahren: 50, 49 und 52 Gegentreffer. 


Zum Vergleich: In der Saison 2014/15 waren es insgesamt 26 - zwei weniger, als bereits nach der vergangenen Hinrunde. Die Mannschaft von Dieter Hecking stellte zum Jahreswechsel den zweitschlechtesten Wert, nur der 1. FC Köln kassierte mehr Gegentreffer (32). Nach dem 34. Spieltag stand man zwar nicht mehr ganz so schlecht dar, doch für einen ambitionierten Verein wie Borussia Mönchengladbach genügt es nicht, bei der Defensiv-Arbeit im unteren Tabellendrittel gelistet zu werden.


"Unser Ziel ist es, weniger Gegentore zu bekommen", hält Nico Elvedi daher bei der Rheinischen Post fest. Dem 21-jährigen Schweizer kommt dabei eine tragende Rolle zu: ​Er wird der Nachfolger des abgewanderten Jannik Vestergaard und rückt somit in seine ursprüngliche Position zurück. "Als Innenverteidiger hat man mehr Verantwortung. Das ist gut, ich will meine Persönlichkeit weiterentwickeln auf dem Platz, das ist für mich eines der Ziele in dieser Saison", sagt er in Bezug auf die neue Formation.

Borussia Moenchengladbach v VfL Wolfsburg - Bundesliga

  Wie bei der Nationalmannschaft wird Nico Elvedi auch bei Borussia Mönchengladbach von nun an als Innenverteidiger spielen


"Die gesamte Mannschaft" sei gefragt, wenn es darum geht, stabiler zu stehen. Sprich: Die Offensive soll früh anlaufen, den Gegner somit unter Druck setzen und somit früher oder später den Ball erobern. Mit Neuzugang Alassane Plea hofft man, im Angriff neue Akzente setzen zu können, doch auch Sportdirektor Max Eberl weiß, dass Offensive allein nicht reicht - und zieht dabei den Vergleich zum Weltmeister aus Frankreich: "Alle sprechen über Mbappé oder Griezmann. Aber die Verteidiger Varane und Umtiti waren im Zusammenspiel mit den defensiven Mittelfeldspielern Kanté und Pogba der Schlüssel zum Erfolg. Es kommt auf die Mischung an."


Deshalb liegt der Fokus nun auf einem stabilen Gebilde in der eigenen Hälfte. "Wir haben eine Umstellung in der Abwehr, da ist es ganz gut, dass wir jetzt Zeit haben, uns einzuspielen", so Elvedi, der im Hinblick darauf ein simples Ziel aussprach: "Wir versuchen einfach, in jedem Spiel zu null zu spielen."


Neben den gesetzten Oscar Wendt und Matthias Ginter wird Neuzugang Michael Lang als Rechtsverteidiger in die Abwehr rücken - ​nach seiner Verletzung jedoch zunächst etwas kürzer treten müssen. Nichtsdestotrotz wird es im Trainingslager am Tegernsee darauf ankommen, konzentriert zu arbeiten, um die gesteckten Ziele in der Bundesliga zu erreichen.