Wie Adi Hütter in Frankfurt sein Pressing trainieren lässt

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​Adi Hütter, der neue Trainer von Eintracht Frankfurt, steht für aggressiven Fußball und verfolgt eine Spielphilosophie, die hohes Pressing und ein schnelles Umschaltspiel als Kernelemente auszeichnet. Im Training bringt er der Frankfurter Mannschaft seine angestrebte Spielweise näher, indem er ein Sechs gegen Drei spielen lässt, bei dem die Unterzahlmannschaft auf intensive Balljagd geht.


Vor seiner Station bei den Young Boys Bern, mit denen Hütter Schweizer Meister wurde, arbeitete der Trainer unter anderem bei RB Salzburg, wo Hütter auch mit Ralf Rangnick zusammenarbeitete und seine Spielphilosophie verfeinerte. Bei dieser ist das hohe Pressing Kernelement - nicht nur zur Verhinderung gegnerischer Angriffe und zur Schaffung schneller Balleroberungen, sondern gar als Teil der eigenen Spieleröffnung.

Dabei ist wichtig, dass das stark ballorientierte Verschieben und Pressing auch in eigenen Unterzahlsituationen effektiv ist. Um dies zu erreichen muss erst steter Druck auf den Ball und den Ballführenden, dann Druck auf die Passwege und Anspielstationen, und schließlich eine Überzahl in Ballnähe hergestellt werden. So sollen Balleroberungen in der Hälfte des Gegners provoziert werden, damit man schnell umschalten kann und durch eine ungeordnete gegnerische Verteidigung sowie einen kurzen Weg zum Tor schnelle und einfache Abschlusschancen kreieren kann.

Dabei ist der neue ​Eintracht-Trainer Hütter nicht so radikal in der Spielausrichtung wie beispielsweise die Mannschaft von ​RB Leipzig, sondern pragmatischer und situativer, sodass Hütter auch Phasen des tiefen Stehens und eigener Ballbesitzphasen in sein Spiel integriert. "Es gibt Spiele und Momente, da musst du defensiv gut stehen", erklärte Hütter deshalb bei seiner Vorstellung in Frankfurt. Um gleichzeitig aber verschiedene Spielstile wie ein hohes Pressing und kompakten Konterfußball innerhalb einer Partie praktizieren zu können, braucht es athletische, schnelle Spieler, wie sie Vorgänger Niko Kovac in Frankfurt schon präferierte.

Diese Bereitschaft zu vielen Sprints sieht auch Hütter als unerlässlich für sein Spiel: "Die Sprintbereitschaft ist elementar: Es geht nicht um die Anzahl gelaufener Kilometer oder Ballbesitz, sondern um die Qualität, immer wieder zu sprinten", erklärte Hütter einmal in Bezug auf die Messung von Laufleistung - die Zahl der Sprints sei für ihn wichtiger. 

Diese Maxime spiegelt sich auch in seinem Training bei der Eintracht wieder: Dort lässt Hütter immer wieder ein Sechs gegen Drei spielen, bei dem die drei Unterzahlspieler mit aggressiven Sprints auf den Ball gehen, Überzahl in Ballnähe herstellen und versuchen den Ball zu erobern. Denn genau dieses intensive Verschieben und die Überzahl in Ballnähe braucht es, um das von Hütter präferierte Pressing spielen zu können.