In den vergangenen Wochen ging der ​FC Liverpool mächtig auf Einkaufstour, was Trainer Jürgen Klopp in den Medien immer wieder zum Verhängnis wurde. Dem 51-Jährigen wurde aufgrund seiner Aussagen von vor zwei Jahren Heuchelei vorgeworfen, doch gegenüber ​BBC ließen ihn diese Vorwürfe kalt. 


Es war der Aufreger des Sommers 2016: Paul Pogba kehrte Juventus Turin den Rücken und wechselte für 105 Millionen Euro zu Manchester United. Erstmals in der Geschichte wurde für einen einzelnen Fußballer solch eine Summe bezahlt, der vorherige Rekord lag bei 94 Millionen Euro. 


"Andere Klubs geben immer mehr Geld für einen Spieler aus. Ich will einen anderen Weg gehen, selbst wenn ich so viel Geld zur Verfügung hätte. Wenn du einen Spieler für 100 Millionen kaufst und der sich verletzt, kannst du alles in den Kamin schmeißen. An dem Tag, an dem das Fußball ist, werde ich meinen Job nicht mehr machen", sagte Jürgen Klopp zum damaligen Zeitpunkt laut ​Welt. Doch gerade der langjährige Trainer von Borussia Dortmund arbeitet bei dem Verein, der derzeit für die meiste Furore auf dem Transfermarkt sorgt.


Vor etwas mehr als einem halben Jahr überwies Liverpool 78,8 Millionen Euro an den FC Southampton, um Abwehrspieler Virgil van Dijk loszueisen. Bis dato kamen noch einmal 182,5 Millionen Euro dazu, die verpflichteten Spieler: Naby Keita von RB Leipzig, Fabinho vom AS Monaco, Xherdan Shaqiri von Stoke City und Alisson Becker vom AS Rom.

Blackburn Rovers v Liverpool - Pre-Season Friendly

  Im Januar machte der FC Liverpool Virgil van Dijk zum teuersten Abwehrspieler aller Zeiten - in diesem Sommer folgte unter anderem der teuerste Torhüter


"Uns ist es egal, was die Leute auf der Welt über uns denken. Manchester United war es ebenfalls egal, was ich gesagt habe", reagiert Klopp nüchtern auf die immer wiederkehrende Kritik. "Es war lediglich eine Meinung in diesem Moment. Habe ich meine Meinung geändert? Ja. Aber es ist besser, seine Meinung zu ändern, als niemals eine zu haben."


Klopp betrachtet die Veränderungen nüchtern


Ohnehin ließe ihn das ganze Thema relativ kalt: "Was auch immer die Leute sagen und immer wieder aufkommen lassen: Es gab schlimmere Tage in meinem Leben und es passieren mir schlimmere Dinge. Wir haben die Spieler, die wir wollten. Damit bin ich zufrieden." Viel entscheidender als seine damalige Aussage sei, dass sich der Fußball geändert habe - vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht.

"Die Welt hat sich komplett geändert. Bessere Spieler, als wir sie bereits haben, warten nicht um die Ecke." Als Beispiel nannte er den Transfer von Alisson: ​Der Torhüter wechselte kürzlich für 72,5 Millionen Euro an die Anfield Road und stieg damit zum teuersten Torhüter aller Zeiten auf. "Du kannst keinen Weltklasse-Torhüter, der langfristig bei der Roma unter Vertrag steht, kostenlos bekommen", so Klopp.


Er könne nun einmal nicht entscheiden, wie hoch die Preise für einzelne Spieler ausfallen: "Es liegt nicht an mir, zu sagen, dass wir nicht viel Geld ausgeben wollen, weil Liverpool am Ende nicht erfolgreich ist. Das funktioniert nicht." Stattdessen passe er sich den Gegebenheiten des Marktes an und fügt sich daher in den Kreis der Vereine, die viel Geld ausgeben, ein. Denn am Ende zählt nur eins: Erfolg.