​Bundestrainer Joachim Löw hat mit Unverständnis auf die Kritik seines ehemaligen Spielers und Kapitäns Philipp Lahm am Führungsstil in der Nationalmannschaft reagiert. "Ich finde das in der Art und Weise nicht so richtig", äußerte Löw am heutigen Freitag. Nach dem historischen deutschen WM-Vorrunden-Aus hatte Lahm dem Bundestrainer geraten, die jungen Spieler in der Mannschaft mit mehr Strenge zu führen. 


Dieser Kritik an seinem Führungsstil entgegnete Löw laut ​Sportbuzzer nun: "Wir haben immer auf Vertrauen und Kommunikation gesetzt." Drei Wochen nach dem WM-Ausscheiden hatte sich am Donnerstag die Führungsriege der Nationalmannschaft in der Zentrale des Verbandes in Frankfurt getroffen, um die Gründe für das Aus und Fehler in der sportlichen Leitung aufzuarbeiten. Erste Ergebnisse dieser Analyse wurden daraufhin dem DFB-Präsidium vorgestellt. Damit habe man so lange gewartet, um zu sehen, "wo geht der Trend im Fußball hin, wer wird Weltmeister", so Löw. 


Im Rahmen seiner ​Stellungnahme reagiert Löw dabei auch auf die vernommene Kritik von Ex-Kapitän Lahm an seinem Führungsstil: "Ich finde das in der Art und Weise nicht so richtig. Wir wissen ganz genau, wie wir mit jungen Spielern kommunizieren müssen und welchen Führungsstil sie brauchen." Die Arbeit mit jungen Spielen habe man in der Nationalmannschaft "die letzten Jahre immer hervorragend geschafft auf unserem Weg, der uns auch zu vielen Erfolgen geführt hat. Deshalb war das in diesem Fall nicht sehr erfreulich für mich."

Es sei laut Löw wichtig, dass die Spieler Abstand zum Turnier gewinnen und sich eigene Gedanken über ihre Zukunft machen. Man habe sich deshalb bei der Aufarbeitung die nötige Zeit genommen und wolle nun im Anschluss über personelle Konsequenzen entscheiden. Man werde "ab jetzt mit den Spielern die Gespräche suchen. Dann werden wir auch in personeller Hinsicht Entscheidungen treffen." Über personelle Veränderungen im Trainerstab verlor Löw derweil kein Wort. Angesetzt werden soll stattdessen hauptsächlich an der Zusammenstellung der Mannschaft und einer möglichen Änderung des Spielsystems. 


Spätestens Ende August wird feststehen, wie die personellen Konsequenzen aussehen und wie deutlich der angekündigte Umbruch im Kader ausfällt. Dann wird Bundestrainer Löw seine Mannschaft für die Testspiele Anfang September gegen Weltmeister Frankreich und Peru bekannt geben.