Der FC Barcelona hat grünes Licht, um in Verhandlungen mit Transfer-Ziel Willian vom FC Chelsea zu treten. Möglich macht das Landsmann Philippe Coutinho, der seit Beginn der Woche auch einen portugiesischen Pass besitzt. Die Katalanen umgehen so eine Regelung der spanischen Liga.


Philippe Coutinho ist seit Beginn der Woche Portugiese. Zumindest besitzt der brasilianische Nationalspieler vom ​FC Barcelona nun auch die ​portugiesische Staatsbürgerschaft. Da seine Ehefrau aus Portugal stammt, war die Einbürgerung möglich.


Für seinen Klub FC Barcelona hat das einen äußerst praktischen Vorteil: In La Liga sind pro Aufgebot nur drei Spieler aus Nicht-EU-Ländern erlaubt. Coutinho zählt ab der neuen Saison nicht mehr dazu, was es den Katalanen möglich macht, einen weiteren Spieler aus dem nicht-europäischen Ausland zu verpflichten. Ähnlich war mein bereits mit Luis Suarez verfahren, der unter seinem italienischen Pass spielt. Lionel Messi läuft unter seinem spanischen Pass auf.

Mit der ​brasilianischen Neuerwerbung Arthur, dem kolumbianischen Innenverteidiger Yerry Mina und den beiden Rückkehrern Douglas (war an Benfica verliehen) und Marlon (verliehen an Nizza) steht bereits ein Nicht-EU-Ausländer zu viel im Aufgebot. Douglas und Marlon haben aber wohl keine Zukunft bei Barça und sollen weiterverliehen oder abgegeben werden. 


Bahn frei für Willian-Transfer?


Heißt, Barça hätte wieder einen Platz frei. Einnehmen könnte diesen Willian vom ​FC Chelsea. Die Katalanen haben großes Interesse, den 29-jährigen Außenstürmer nach Barcelona zu locken. Die Verhandlungen mit den Blues sollen in dieser Woche wieder aufgenommen werden, schreibt die Mundo Deportivo.

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Willian (l.) und Coutinho (r.) könnten in Zukunft auch bei Barça gemeinsam auflaufen



Mit Coutinhos portugiesischem Pass hat Barça nun grünes Licht, um den Transfer zu forcieren. Bei Chelsea steht der 62-fache brasilianische Nationalspieler noch bis 2020 unter Vertrag. Obwohl er in seinen fünf Spielzeiten an der Stamford Bridge nie kontinuierlich überzeugen konnte und häufig zwischen Reservebank und Startelf pendelte, dürfte das Barça-Vorhaben allerdings nicht einfach werden.


Zum einen wolle der ​neue Blues-Coach Maurizio Sarri sein Team um Eden Hazard und Willian aufbauen. Da Hazard selbst aber als heißer Ronaldo-Nachfolger bei Real Madrid gehandelt wird, dürfte Chelsea umso weniger daran interessiert sein, auch Willian ziehen zu lassen.


Zum anderen hat Willian bei der WM in Russland sportlich überzeugt und so seinen Marktwert noch einmal gesteigert. Barça müsste wohl tief in die Tasche greifen, um die Blues von einem Transfer zu überzeugen. Bei den Katalanen wäre Willian aber eher nicht als unumstrittener Stammspieler eingeplant, sondern eher als Ergänzung zum vorhandenen Offensiv-Personal. Ob man daher dazu bereit ist, das nötige Kleingeld für den 29-Jährigen in die Hand zu nehmen, bleibt abzuwarten. In der vergangenen Woche wurde in Spanien berichtet, dass ​Barça bis zu 60 Millionen Euro bietet.