​Seit zwei Jahren ist Rouven Schröder beim FSV Mainz 05 nun in leitender Funktion - zuerst als Sportdirektor, seit letztem Jahr als Sportvorstand. Nun zog Schröder eine Bilanz über seine bisherige Zeit in Mainz, den geschafften Klassenerhalt und wirft einen Blick auf die Zukunft des FSV.


Nach dem Abgang des langjährigen Mainzer Sportvorstands Christian Heidel im Jahr 2016 musste Schröder ein großes Erbe antreten und früh viel Verantwortung schultern. Denn 2017 trat außerdem nach fast 30 Jahren auch Ex-Präsident Harald Strutz in Mainz ab, sodass der Verein eine neue Führung brauchte. Schröder übernahm mit wenig Vorlauf den Posten des Sportvorstands und musste die Moderation zwischen der neuen Vereinsführung und der sportlichen Leitung übernehmen.

Außerdem galt es, trotz geringer Mittel, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Denn parallel spielten die 05er in der Saison 2016/17 auch in der Europa League. Anschließend rutschte Mainz in den Abstiegskampf und hielt in der vergangenen Saison mit nur drei Punkten Vorsprung knapp die Klasse.


Gegenüber dem ​kicker äußert Rouven Schrödern deshalb nun, dass es durchaus zwei "sehr unruhige Jahre" in Mainz gewesen seien. Nachdem er zweimal jeweils an den in der Kritik stehenden Trainern Martin Schmidt und Sandro Schwarz festhielt und Recht behielt, habe ihm die Zeit aber auch Vertrauen in seine eigene Arbeit gegeben. Das habe ihm gelehrt, "dass es ein Bauchgefühl gibt, dem man folgen soll. Meines hat mich relativ selten getäuscht." So konnte man trotz aller Probleme rund um die Mannschaft die Klasse halten und spielt bald seit zehn Jahren am Stück in der Bundesliga.

Trotz einiger Abgänge ist der Plan, die nächste Saison mit weniger Zittern zu überstehen. Dafür müsse auch wieder Ruhe in den Verein einkehren, nachdem man das Chaos in der Führungsetage des FSV überwunden hat. Diese äußeren Probleme sieht Schröder auch als einen wichtigen Grund für die schwache letzte Saison: "Wir haben alles getan, um abzusteigen. Aber wir haben es geschafft, das zu vermeiden. Nicht abzusteigen, das war eine Leistung. Wir hatten Situationen, Personen und Themenfelder, die nicht Mainz 05 entsprochen haben", so der Sportvorstand. 


Diese Situationen sollen nun aber überwunden sein. Nachdem Präsident Johannes Kaluza als Strutz-Nachfolger nach großem Streit in Verein und Vorstand bereits nach einem halben Jahr wieder abtrat, ist der Konflikt um die Nachfolge des langjährigen Vereinsbosses Harald Strutz mittlerweile geklärt und alle Posten besetzt: Stefan Hofmann ist seit Beginn des Jahres Vorstandsvorsitzender von ​Mainz 05. Deshalb sieht auch Sportvorstand Schröder seine Mainzer auf einem guten Weg zu mehr Kontinuität: "Im Vorstand fühlt es sich gut an - mit Stefan Hofmann, dem Vereinsvorsitzenden an der Spitze, bin ich guter Dinge, was die Zukunft betrifft."