​Nachdem Holger Badstuber seinen Vertrag beim VfB Stuttgart überraschend doch bis 2021 verlängert hat und Sportvorstand Michael Reschke an einem Verbleib von Benjamin Pavard bis 2019 festhält, verfügt der VfB momentan über fünf gestandene Innenverteidiger im Kader. Deshalb erwägt Trainer Tayfun Korkut eine Systemumstellung und die Rückkehr zur Dreierkette.


"Ich sehe mich ganz klar als Innenverteidiger", äußerte Badstuber gestern auf der Pressekonferenz anlässlich seiner Vertragsverlängerung in Stuttgart. Das bestätigte laut ​kicker auch Sportvorstand Reschke, nachdem der 29-jährige Ex-Münchener in der vergangenen Saison unter Trainer Korkut oft als defensiver Mittelfeldspieler aufgeboten wurde. Unter Korkut hat der VfB bisher stets in einer 4-4-2 Formation gespielt, in der Badstuber meist als klassischer Sechser fungierte und Innenverteidiger Timo Baumgartl auf die rechte Abwehrseite auswich. 


Neben Badstuber soll nach den Vorstellungen des VfB auch der französische Shooting-Star Benjamin Pavard in der kommenden Saison zum Stuttgarter Kader gehören. Der 22-Jährige ist Stammspieler im Team von WM-Finalist Frankreich und spielt dort als rechter Außenverteidiger. Reschke möchte Pavard trotz einer Ausstiegsklausel bis zum nächsten Sommer halten. 2019 kann Pavard den VfB dann für eine festgeschriebene Summe von 35 Millionen Euro verlassen.

Um die vielen guten Stuttgarter Verteidiger in einem passenden System einzufügen, überlegt Trainer Korkut deshalb auch, von seinem bewährten 4-4-2 auf eine Dreierkette mit drei Innenverteidigern umzustellen. Denn neben Badstuber und Pavard gehören Stand jetzt auch das 22-jährige Stuttgarter Eigengewächs Timo Baumgartl, der Freiburger Neuzugang Marc-Oliver Kempf und der polnische Nationalspieler Marcin Kaminski zu den fünf Innenverteidigern im Kader. Das wäre sehr viel Personal für nur zwei gesetzte zentrale Defensivleute. 


"In einer Viererkette würde ich Ihnen Recht geben, in der Dreierkette sieht es aber schon wieder ganz anders aus", meint deshalb auch Sportvorstand Reschke. Zuletzt wurde diese Defensivformation in Stuttgart wenig erfolgreich von Korkuts Vorgänger Hannes Wolf praktiziert. Nach der Verpflichtung von Kempf und der Verlängerung von Badstuber ist aber weiterhin nicht ausgeschlossen, dass der bei der WM stark aufspielende Pavard Stuttgart schon in diesem Sommer verlässt, und der VfB dafür eine höhere Ablöse als im nächsten Jahr erzielt.