Im Vergleich zum Vorjahr spielte ​Bayer Leverkusen in der abgelaufenen Saison eine erfolgreiche Runde, doch mit dem fünften Tabellenplatz wollten sich die Spieler nicht so recht zufriedengeben. Im Interview mit dem kicker sprach Kapitän Lars Bender von fehlender Kaltschäuzigkeit, die der Mannschaft im Zuge dessen gefehlt hat - und die sie noch erlernen will.


Es war ein Auf und Ab, das alle Beteiligten der 'Werkself' im vergangenen Jahr erlebten. Nach einem schwachen Saisonstart blieb die Mannschaft von Heiko Herrlich über Monate ungeschlagen, bis im letzten Drittel der berühmte Wurm drin war und man vom zweiten auf den fünften Tabellenplatz abrutschte, wodurch man sich immerhin für die Europa League qualifizierte. 


In der kommenden Saison will man nun den nächsten Schritt machen, doch Lars Bender warnte davor, das Vorhaben auf die leichte Schulter zu nehmen: "Die Saison wird um einiges schwerer werden, weil wir die Dreifachbelastung haben. Die müssen wir gut verteilen." Zudem müsse man gleichzeitig "mindestens wieder die gleiche Arbeit reinstecken" wie im Vorjahr, als der Neuanfang mit Heiko Herrlich begann.


Der erste Schritt: Ein guter Start in die Saison


Einen erneuten Reset muss man allerdings nicht befürchten, was der Mannschaftskapitän als "großen Vorteil" bezeichnet. Dass der 46-Jährige bereits seine Elemente in das Spiel integriert hat und die Mannschaft nun weiterentwickeln kann, soll vor allem dabei helfen, einen guten Start zu erwischen: "Wir sind letztes Jahr nicht so gut in die Runde gekommen, da gilt es in diesem Jahr besser reinzukommen." Zudem müsse man "darauf aufzubauen, was wir uns letztes Jahr erarbeitet haben."

Bayer 04 Leverkusen v Bayern Muenchen - DFB Cup Semi Final

  Bilder wie diese soll es in Zukunft nur noch selten geben



Das sei vor allem Pflicht, da Bayer ein Klub sei, der "irgendwie immer" um die Champions League spielt - oder es zumindest tun sollte. Die Königsklasse sei "das große Ziel", weshalb sich die Spieler offenbar nicht mit völliger Zufriedenheit in den Urlaub verabschiedeten: "Jeder war auf der einen Seite zufrieden, weil wir eine gute Saison gespielt haben, auf der anderen Seite aber auch enttäuscht, weil der letzte kleine Schritt gefehlt hat. Und wir wissen, dass wir es nicht nur in den letzten zwei oder drei Spielen haben liegen gelassen."


Der letzte Schritt: Die Kaltschnäuzigkeit vor gegnerischen Tor


Als Beispiel nannte Bender den 32. Spieltag, als man im eigenen Stadion mit 0:1 gegen den VfB Stuttgart verlor, obwohl man insgesamt 22 Schüsse auf den Kasten von Ron-Robert Zieler abgab und zusätzlich einen Elfmeter verschoss. "Wenn du so ein Spiel verlierst", so der 29-Jährige, "dann fehlt dir auch etwas, so dass du es am Ende auch nicht verdient hast, in der Champions League zu spielen."

Bayer 04 Leverkusen v VfB Stuttgart - Bundesliga

  Fast schon ungläubig blickte Lars Bender nach der Niederlage gegen Stuttgart drein, nachdem die Mannschaft Chance um Chance vergab 



So gut man auch gespielt habe, so schwach sei man teilweise auch in der Chancenverwertung gewesen. Daher lautet die Konklusion: "Wir müssen lernen zu 'killen'" - so, wie es Herrlich bereits formuliert habe. Vor allem im Hinblick auf die Partien in der Europa League sei die Effektivität vor dem Tor ein entscheidender Faktor. Dann könne man "etwas ökonomischer spielen", um Kräfte zu schonen und wieder die Spitzengruppe in der Liga anzugreifen. Denn dazu, und das sieht nicht nur Lars Bender so, gehört Bayer Leverkusen bereits seit Jahren.