In dieser Woche landete der VfB Stuttgart einen echten Coup: ​Holger Badstuber verlängert seinen Vertrag überraschend bis 2021. Der Abwehrspieler wollte ursprünglich wieder auf internationalem Niveau spielen, entschied sich schlussendlich jedoch für einen Verbleib bei den Schwaben. Im Interview, das auf der vereinseigenen Website veröffentlicht wurde, sprach Sport-Vorstand Michael Reschke nun über die Hintergründe.


 Am Dienstag vermeldeten die Stuttgarter gleich zwei Deals: Zum einen wurde die ​Verpflichtung des jungen Argentiniers Nicolas Gonzalez bekanntgegeben, zum anderen unterschrieb Holger Badstuber ein neues Arbeitspapier. Der 29-Jährige wechselte im Vorjahr ablösefrei von Bayern München zum VfB und absolvierte in der abgelaufenen Saison 27 Pflichtspiele, in denen er unter anderem zwei Tore erzielte.

Speziell in der Rückrunde avancierte Badstuber zu einem der Schlüsselspieler der Mannschaft, weshalb Reschke "sehr, sehr froh" darüber sei, dass er sich letztendlich doch für den VfB entschied. Dabei standen die Zeichen vorerst auf Trennung: Es habe einen Punkt gegeben, an dem man sich voneinander verabschiedet habe. Zugleich erklärte der Innenverteidiger, dass er "höchstwahrscheinlich" zu einem Champions-League-Verein wechseln werde. Dabei wurde er allen voran mit Lazio Rom in Verbindung gebracht, doch die Hauptstädter konnten sich am Ende lediglich für die Europa League qualifizieren.

FC Bayern Muenchen v VfB Stuttgart - Bundesliga

   Freute sich ganz besonders über die Vertragsverlängerung: Sport-Vorstand Reschke



Doch nicht nur deswegen bleibe Badstuber den Schwaben erhalten: "Holger hat eine emotionale Bindung zum VfB und zu unserem Team aufgebaut, die vermutlich stärker ist, als er das lange Zeit selbst wahrgenommen hat", so Reschke. Allerdings sei es auch wichtig, dass er von der Ausrichtung des Vereins "total überzeugt" sei und von Trainer Tayfun Korkut das Vertrauen erhalte. Im Laufe des Gesprächs verdeutlichte der Sport-Vorstand, der Badstuber bereits aus der gemeinsamen Zeit in München kennt, wie wichtig er für die Mannschaft sei.


Denn dessen Stellenwert sei "enorm. Holger Badstuber war vor der schwierigen Phase in seiner Karriere auf dem Weg, einer der besten Innenverteidiger der Welt zu werden. In der vergangenen Saison und ganz speziell in der starken Rückrunde war er ein ganz entscheidender Faktor in unserem Spiel." Nun sei man davon überzeugt, dass er schon bald wieder "zur absoluten Top-Klasse" gehören werde. So sehe es auch einer seiner Ex-Trainer: "Wenn ich mich beispielsweise mit Pep Guardiola unterhalte, spricht er mich immer zuerst auf Holger Badstuber an. Er ist begeistert von der Entwicklung, die Holger in den vergangenen Monaten beim VfB gemacht hat."


Fast schon romantisch: Drei Jahre, drei Gründe


Zudem erklärt der 60-Jährige die Vertragsverlängerung so: "Drei Jahre, für beide Seiten drei Gründe. Aus Sicht von Holger Vertrauen und Überzeugung in den VfB, den Trainer und in das Potenzial unseres Teams. Aus unserer Sicht die sportliche Klasse von Holger, seine großartige Siegermentalität und unser Vertrauen in ihn, dass er mit seinen drei Gründen richtig liegt."

Der Spieler selbst sprach davon, dass vor allem die Bindung zum Verein entscheidend gewesen sei: "Für mich war die Frage, ob ich nach bislang 39 Champions-League-Einsätzen für Bayern München künftig für einen Verein in der Champions League auflaufen möchte, zu dem ich praktisch keinen Bezug habe, oder ob ich hier beim VfB etwas mit aufbaue, was vielen Menschen hoffentlich lange in Erinnerung bleiben wird." Badstuber sei "vom Weg, den der VfB eingeschlagen hat, genauso überzeugt wie von den Transfers", weshalb er dem Verein nun erhalten bleibt  - und gleich eine Kampfansage schickt. Er sei "sehr gespannt" darauf, "was wir hier in den nächsten Jahren gemeinsam erreichen können!"