Die wilden Spekulationen im modernen Fußabll-Business sind Schalkes Sport-Vorstand Christian Heidel ein Dorn im Auge. Der Knappen-Manager kritisiert die verbreiteten Lügen über angebliche Verhandlungen mit Spielern scharf. Schuld daran seien auch die sozialen Medien und die damit verbundene Nachrichtenflut. Der 55-Jährige erklärt, mit welcher Strategie er dem entgegentritt. 


​Schalkes Sport-Vorstand Christian Heidel hat sich auf der China-Reise der Knappen kritisch zu den Gebaren auf dem Transfermarkt geäußert. "In diesem Sommer waren die Gerüchte sehr, sehr extrem, aber es ist anscheinend heute ein Teil des Geschäfts", meinte Heidel im Gespräch mit ​Sky Sport News HD.


"Ich finde es unangenehm, wenn einfach brutal gelogen wird. Da gibt es Menschen, die behaupten, dass sie mit mir verhandelt hätten, wir wären uns schon einig, es ginge nur noch um Ablösesummen. Und ich habe diese Menschen noch nie im Leben gesehen", führte der 55-Jährige weiter aus. "Ich muss ehrlich zugeben, dass ich ab und zu - wenn wir mit Spielern in Verbindung gebracht werden - erst einmal google, wo die überhaupt spielen."

Durch die sozialen Medien habe die Flut an Transfer-Spekulationen immer mehr zugenommen. "Wenn heute ein Berater seinen Spieler ins Gespräch bringen will, lanciert er einfach, dass ein großer Klub an ihm dran ist. Leider Gottes wird das über sämtliche Agenturen gespielt. Ich habe teilweise mit Leuten verhandelt, die ich gar nicht kenne", so Heidel.


Aus den vielen aufkochenden Gerüchten rund um angebliche Neuzugänge habe er seine Schlüsse gezogen: "Ich habe gelernt: Das Schlimmste überhaupt ist, darauf zu reagieren", erklärte Heidel.


Heidel erklärt Kaderplanung für grundlegend beendet


Schalkes Sportchef kann derzeit den Spekulationen aber gelassen entgegentreten. ​Zwei Tage weilt der Knappen-Tross noch im Reich der Mitte, Ende des Monats steht dann das zweite Trainingslager an. "Es war das Ziel, mit einem möglichst kompletten Kader nach Mittersill zu fahren. So wie es jetzt aussieht, fahren wir mit dem Kader nach Mittersill, der auch am ersten Spieltag das erste Bundesligaspiel absolviert", gab er sich ​hochzufrieden mit der aktuellen Kaderplanung

Schalke 04 Press Conference - 2018 Clubs Super Cup

Kapitän Ralf Fährmann (l.) und Daniel Caligiuri (r.) auf der Schalker China-Tour


Eine Woche weilt Königsblau im österreichischen Oberpinzgau, bevor am Freitag, den 17. August, das erste Pflichtspiel der Saison ansteht. In der ersten DFB-Pokal-Runde tritt Schalke beim Bayern-Regionalligisten 1. FC Schweinfurt 05 an. Glaubt man Heidels Worten, wird sich im Aufgebot des Vizemeisters bis dahin nicht mehr all zu viel ändern.


"Es war alles sehr früh klar, wie es weiter geht. Wir sind seit einem halben Jahr auf Spieler zugegangen. Wir haben das Geschäft rumgedreht und sind proaktiv an die Berater herangetreten", beschrieb Heidel die Strategie für diesen Sommer. 

FC Schalke 04 Training Session

Gelungene Transferstrategie: Omar Mascarell (l.) und Mark Uth (r.) tragen künftig Königsblau


Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit Suat Serdar und ​Omar Mascarell wurden die schmerzhaften Abgänge von Leon Goretzka und Max Meyer im zentralen Mittelfeld kompensiert. Mit Salif Sané kam einer der zweikampfstärksten Innenverteidiger der Bundesliga aus Hannover. Mark Uth (Hoffenheim) und ​Steven Skrzybski von Zweitligist Union Berlin bieten Trainer Domenico Tedesco in der Offensive noch mehr Alternativen.