Vize-Weltmeister Argentinien droht bei der Fußball-WM in Russland das frühe Aus. Lionel Messi und Co. verloren am Donnerstag gegen starke Kroaten mit 0:3, haben in zwei Partien in Gruppe D nur einem Punkt und sind in der letzten Runde der Vorrunde auf Schützenhilfe angewiesen.


Bergab ging es für die 'Albiceleste' ab der 53. Spielminute, als Ante Rebic von Eintracht Frankfurt einen verheerenden Torwartfehler von Wilfredo Caballero zur 1:0-Führung für Kroatien, nutzte. Die weiteren Treffer erzielten Luka Modric und Ivan Rakitic. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen ist das Weiterkommen für Messi und Co. in weite Ferne gerückt. 


Nun einen Schuldigen herauszupicken ist schwer, wenn die ganze Mannschaft eine schlechte Leistung abliefert. Viele schieben die Schuld unter anderem auf einen blassen Lionel Messi, Fakt ist aber, dass das Kollektiv versagt hat. Die Argentinier setzten nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Island auf neues Personal und System. Trainer Jorge Sampaoli nahm drei Änderungen vor, setzte unter anderem Angel di Maria auf die Bank und stellte auf eine Art 3-4-3-Formation um, wobei Messi weniger zentral und mehr über den rechten Flügel agieren sollte.

Argentina v Croatia: Group D - 2018 FIFA World Cup Russia

Freude sieht anders aus: Lionel Messi steht mit Argentinien kurz vor dem Aus


Das Problem bei der ganzen Sache ist dabei die Abhängigkeit der Mannschaft von Lionel Messi, aber der Weltstar war gegen Kroatien kaum zu sehen. Gegen Island Ließ er sich als Spielmacher oft tiefer fallen um die Bälle abzuholen und somit lief das Spiel über ihn. Gegen die kroatische Auswahl holte er sich keine Bälle an der Mittellinie ab, er wartete darauf, dass der Ball zu ihm kommt. Doch da kam nichts.


Die Mitspieler sollten Messi entlasten, die Angriffe liefen nicht mehr ausschließlich über ihn, sie liefen manchmal sogar völlig an ihm vorbei. Lediglich 49-mal war Messi gegen Kroatien am Ball. Das sind sechs Ballkontakte mehr, als sein Torwart zustande brachte. Ja, er war unauffällig, aber seine Teamkollegen banden ihn so gut wie nie mit ein. Lionel Messi allein als Sündenbock darzustellen, wäre daher nicht gerecht.

FIFA World Cup 2018 Russia'Argentina v Croatia'

Es herrschte Ratlosigkeit auf der Trainerbank Argentiniens


Die Anhänger Argentiniens dagegen, haben mit Trainer Jorge Sampaoli bereits ihren Sündenbock gefunden. Bereits während der Partie kamen aus dem Argentinien-Block bereits Sprechchöre und Schmähgesänge gegen Sampaoli. Es ging jedoch noch weiter: Fans stürmten in die erste Reihe und bespuckten Sampaoli auf dem Weg in die Katakomben. Der Sicherheitsdienst musste eingreifen und löste die Unruhen schnell auf. 


Der ehemalige Trainer des FC Sevilla hat aber nicht nur die Fans verloren. Anscheinend hat bereits ein Krisenmeeting zwischen den Spielern und dem Coach stattgefunden. Die Spieler wollen ihren Trainer nicht mehr und so soll ein Interimscoach den Karren im letzten Spiel aus dem Dreck ziehen. Argentinischen Medien zufolge sind Sportdirektor Sebastian Beccacece und Stürmer-Legende Jorge Burruchaga mögliche Kandidaten.