Für die argentinische Nationalmannschaft war der gestrige Tag in Russland ein mehr als gebrauchter Tag: der Vize-Weltmeister von 2014 ist nach Russland gereist, um den sehnsüchtigen Fans den WM-Titel zu bescheren. Für Stars wie Lionel Messi ist es zudem wohl die letzte Chance auf den Titelgewinn auf der größten internationalen Bühne. Stattdessen setzte es eine ​empfindliche 0:3-Niederlage gegen die Kroaten. Gegen die nigerianische Auswahl steht man nun schon unter Zugzwang.


Nicht vieles stimmte auf dem Rasen bei der 'Albiceleste', die durch ein Traumtor von Luka Modrić, einen Mega-Patzer von Torwart Willy Caballero und einen Treffer kurz vor Spielende​ mit 0:3 von Kroatien geschlagen wurde. Nach zwei Spielen und einem Punkt befindet man sich nun auf dem dritten Tabellenplatz. Sollte Island das Gruppenspiel gegen Nigeria gewinnen, droht das frühe WM-Aus bereits in der Gruppenphase.


Dies hätte wohl nicht nur den diesmal wohl endgültigen Rücktritt von Lionel Messi aus der Nationalmannschaft zur Folge, sondern auch den unvermeidlichen Rauswurf des verantwortlichen Trainers Jorge Sampaoli. Dieser erlebte nach der Niederlage schon einen Vorgeschmack darauf, was ihm im Falle des Scheiterns erwarten würde.

Argentina v Croatia: Group D - 2018 FIFA World Cup Russia

Steht nach Remis und Niederlage mit dem Rücken zur Wand: Argentiniens Nationaltrainer Sampaoli


Nach Spielende wurde der Trainer laut Sport Bild von eigenen Fans bespuckt und mit einer Wasserflasche abgeworfen. Es kam zu Ausschreitungen, welche von Ordnern unterbunden werden mussten. Auch mit Schmähgesängen wurde der Trainer von den eigenen Fans bedacht. Während der Unmut der temperamentvollen Anhänger nachzuvollziehen ist, deuten sich auch in der Mannschaft erste Risse an.


Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte sich Sampaoli wie folgt: "Wir haben nicht das beste Team gefunden, um Messi zu unterstützen", so der 58-Jährige, der ergänzte: "Unser Matchplan ist nicht aufgegangen." Nicht alle Spieler schienen diese Meinung zu teilen. "Lass ihn erzählen, was er will", war die Antwort von Angreifer Sergio Agüero, nachdem dieser mit den Aussagen seines Vorgesetzten konfrontiert worden war. Er war im Verlaufe der Partie ausgewechselt und von Higuaín ersetzt worden.

FIFA World Cup 2018 Russia'Argentina v Croatia'

Rücktrittsforderungen? Sampaoli scheint nach der Niederlage gegen Kroatien auch intern nicht mehr unumstritten zu sein


Laut argentinischen Medienberichten ist sogar von einer Revolte der argentinischen Mannschaft die Rede, die den Rücktritt des Trainers und die Ablösung durch den Interimstrainer bzw. Sportdirektor fordere. Zu einem Gespräch zwischen Mannschaft und Trainer soll es jedenfalls kommen. Ob die Argentinier noch die Kurve kriegen, entscheidet sich nicht zuletzt am 26. Juni im letzten Gruppenspiel gegen Nigeria.