Am Mittwoch dementierte VfB-Sportvorstand Michael Reschke den Abgang von Daniel Ginczek noch vehement. Am Donnerstag vermelden Wolfsburger Medien die Einigung des Angreifers mit den Wölfen. Der Ablösepoker zwischen Stuttgart und Wolfsburg ist damit neu eröffnet.


Der Poker um Stuttgarts Angreifer Daniel Ginczek geht in die nächste Runde. Am Mittwoch hatte ​VfB-Sportvorstand Michael Reschke den Wechsel des 27-Jährigen zum ​VfL Wolfsburg noch dementiert: "Ich bin total amüsiert über diese Arie. ​Stand heute ist Daniel Ginczek auf jeden Fall in der nächsten Saison Spieler des VfB“, wurde er von der Sportbild zitiert.


Am Donnerstag war das aber Stand gestern. Nach Informationen der Wolfsburger Nachrichten hat sich der Stürmer bereits mit den Wölfen geeinigt. Demnach winkt Ginczek in der Autostadt eine Gehaltserhöhung auf drei bis vier Millionen Euro - bis zu doppelt so viel, wie er aktuell bei den Schwaben kassiert. Von der ​Wechselabsicht in die Autostadt wurde schon vor mehreren Tagen berichtet. 


Trotz Vertrag bis 2020 zeichnet sich damit der lange spekulierte Ginczek-Transfer ab und wäre ein verspätetes Tauschgeschäft. Im vergangenen Winter nahm Angreiferkollege Marion Gomez den umgekehrten Weg von Wolfsburg nach Stuttgart. Da Liverpool-Leihgabe Divock Origi mit Ablauf der Saison wieder auf die Insel zurückgekehrt ist, herrscht bei den Wölfen ein Vakuum im Sturmzentrum.

VfB Stuttgart v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

Werden wohl bald getrennt jubeln: Daniel Ginczek (l.) und Mario Gomez (r.).


Ginczek könnte es einnehmen, vorausgesetzt der VfB und die Wölfe einigen sich auf eine Alösesumme. Reschke soll weiter ​an seiner 15-Millionen-Euro-Forderung festhalten, die sich wohl an Hannover-Angreifer Niklas Füllkrug orientiert. Für den 14-Tore-Stürmer hatte Gladbach diese Summe plus Bonuszahlungen geboten, Hannover bislang allerdings abgelehnt. Der neue VfL Sportchef Jörg Schmadtke soll derzeit nur sieben bis acht Millionen Euro bieten.


Am Ende könnte es auf eine Einigung irgendwo dazwischen hinauslaufen. Der VfB hat zwar alle Karten in der Hand, steht aber nach der vermeintlichen Einigung von Gincek und dem VfL unter dem Druck eines abwanderungswilligen Spielers.