Der HSV plant die Mission Wiederaufstieg ohne Walace und Alen Halilovic. Das Duo wird beim Trainingsauftakt fehlen und erhält bis Anfang Juli Sonderurlaub, um sich auf die Klub-Suche konzentrieren zu können. Das ist das Ergebnis der Dienstreisen von Sportvorstand Ralf Becker nach Brasilien und London.


Ruhig wird es an der Elbe rund um den ​Ham​burger SV nie. Das machte das ​Trainer-Beben einen Tag vor dem Trainingstart deutlich: Der gefallene Bundesliga-Dino trennt sich von den beiden Titz-Assistenten Soner Uysal und Matthias Kreutzer​. Der HSV-Coach geht somit zunächst nur mit Co-Trainer André Kilian in die Vorbereitung auf die kommende Zweitligasaison.

Hamburger SV v Hertha BSC - Bundesliga

Titz (r.) muss künftig ohne seinen Co-Trainer Soner Uysal (2. v. r.) auskommen.


Zum Auftakt am Donnerstag, bei dem ein Laktat- sowie weitere Leistungstests auf dem Programm stehen, werden auch zwei "Problem-Profis" fehlen. Der Brasilianer Walace und Alen Halilovic, dessen Leihe nach Spanien zu Ende ging, bekommen Sonderurlaub bis zum 2. Juli. Das Duo soll die Zeit nutzen, um sich einen neuen Verein zu suchen. Beim HSV scheinen weder Walace noch Halilovic eine Zukunft zu haben. 


Sonderurlaub für die Vereinssuche


Der neue Sportvorstand Ralf Becker war in der vergangenen Woche ​in Walaces Heimat zu Gast, um mit den Beratern des 23-Jährigen persönlich zu sprechen. Am zweifachen brasilianischen Nationalspieler sollen weiter Klubs aus der Heimat und in Europa interessiert sein. Um in Ruhe Verhandlungen mit potenziellen Abnehmern aufnehmen zu können, vereinbarten beide Seiten in "konstruktiven Gesprächen", dass Walace dafür bis Anfang Juli Zeit bekommt. 


Sollte sich bis dahin nichts tun, wird der defensive Mittelfeldspieler verspätet ins HSV-Training einsteigen. "Es hat ein intensiver Austausch stattgefunden. Beide Seiten arbeiten an einer guten Lösung. Wir werden da aber keine Wasserstandsmeldungen abgeben“, hielt sich Becker gegenüber der Mopo bedeckt.


Ähnlich will der Sportchef auch mit Halilovic verfahren. ​Von Brasilien aus reiste Becker direkt weiter nach London, um die Vertreter des kroatischen "Mini-Messis" zu treffen. Die machten in den Gesprächen klar, dass der 22-Jährige trotz Vertrag bis 2020 nicht nach Hamburg zurückkehren möchte. Seine Berater suchen bereits fieberhaft nach einem neuen Klub. Dem HSV scheint das gelegen. 

Auch Halilovic bekommt für die Jobsuche frei bis zum 2. Juli. Bis dahin soll die Seite des Kroaten einen Verein präsentieren, der bereit ist, zumindest einen Teil der Ablöse zu zahlen, die der HSV 2016 in das "Missverständnis" investierte. Damals kam der Hochgelobte als Kroatiens jüngster Nationalspieler aller Zeiten aus dem Nachwuchs des FC Barcelona. Fünf bis sechs Millionen Euro soll der HSV gezahlt haben.