Bei der Frage nach der Zukunft von Jerome Boateng beim FC Bayern liegen die Karten offenbar schon seit geraumer Zeit offen auf dem Tisch. Beide Seiten sollen sich bei einem Gipfeltreffen auf eine Ablösesumme verständigt haben, ab der Boateng den Rekordmeister verlassen darf.


​Die Verantwortlichen beim ​FC Bayern sind in den vergangenen Wochen vielbeschäftigt mit vermeintlichen Ablöseforderungen für die wechselwilligen Stars Robert Lewandowski, Thiago und Jerome Boateng. Gerade der Fall Boateng sorgte zuletzt für ordentlich Wirbel. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte verkündet, ​dass man sich bei einem lukrativen Angebot für den Innenverteidiger mit einem Transfer beschäftigen würde.


Der Weltmeister zeigte sich im ​WM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft in Watutinki ​nicht gerade begeistert über Rummenigges Worte. Er wolle sich voll und ganz auf die Titelverteidigung in Russland konzentrieren - und überhaupt, einen angeblichen Wechselwunsch habe er nicht hinterlegt.

Bayern Muenchen v Borussia Dortmund - DFB Cup

Weil mit Süle ein Nachfolger schon da ist, gehen die Bayern gelassen mit einem möglichen Boateng-Abgang um


Die öffentlich geführte Diskussion zeigt aber: Die Bayern würden Boateng keine Steine in den Weg legen, falls ein entsprechendes Angebot vorliegen würde. Zum einen, weil der 29-Jährige in der jüngsten Vergangenheit häufig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte und seiner Topform hinterläuft. Zum anderen, weil ​mit Niklas Süle, aus Sicht der Bayern-Bosse, ein Nachfolger bereits da ist.


Boateng-Gipfel sorgte schon Anfang Mai für Klarheit


Und auch Boateng kann sich ein zweites Engagement im Ausland durchaus vorstellen. Wie die Sportbild berichtet, gab es bereits Anfang Mai ein Treffen zwischen seinem Berater Christian Nerlinger und den Bayern-Bossen Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß sowie Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Rummenigges Bekundungen seien deshalb im Kontext dieses Gespräches zu sehen.

Demnach gilt Boateng intern zwar als verdienter Spieler, anders als etwa bei Lewandowski aber nicht als unverkäuflich. Das hätte die Münchener Führung Nerlinger klar gemacht. Deshalb sei der Rekordmeister bereit, Boateng ab einem Angebot von 50 bis 60 Millionen Euro ziehen zu lassen. Andernfalls hätten die Bayern aber auch kein Problem, mit dem 29-Jährigen bis Vertragsende 2021 weiterzumachen.


Sollte ein entsprechendes Angebot tatsächlich auf dem Tisch liegen, könnte auch Boateng an einem Transfer interessiert sein. Schon vor seinem Wechsel zu den Bayern spielte der Innenverteidiger eine Saison in der Premier League bei Manchester City. Nun soll er vor allem an einem Wechsel nach Spanien zu ​Real Madrid oder dem ​FC Barcelona denken. Den Katalanen hatte Boateng offenbar in der Vergangenheit schon einmal abgesagt.

Neben den spanischen Welt-Klubs sollen auch ​Manchester City, Stadtrivale ​United und Paris Saint-Germain im Spiel sein. Klären wird sich die Causa Boateng aber wohl erst nach der WM. Der 29-Jährige wird seine volle Konzentration dafür aufbringen, dass das Turnier für die DFB-Elf nicht all zu bald geschieht.