Den "Schalter umlegen" wollte eigentlich die deutsche Nationalmannschaft nach den enttäuschenden Testspielen vor der WM. Doch mit der 0:1-Niederlage zum Turnierauftakt gegen Mexiko wurden wieder eine Reihe von Makel am DFB-Team offenbart, die den Glauben an eine Titelverteidigung wieder deutlich vermindert haben. Mats Hummels, der ebenfalls bei vielen Aktionen sehr schlecht aussah, sprach einen Aspekt der Pleite an. 


Die Taktik der Mexikaner machte sich von Beginn an bemerkbar. Ein großes Merkmal des Spielplans von Trainer Juan Carlos Osorio war es, bei Standards der deutschen Nationalmannschaft drei Angreifer nach vorne zu schicken. Dieser offensiv gerichtete Plan zahlte sich voll aus.

Jedes Mal, wenn die DFB-Elf zudem den Ball im Mittelfeld oder vor dem gegnerischen Tor verlor, brannte sofort die Hütte. Sami Khedira und Toni Kroos waren nirgends in Sicht, ebenso Rechtsverteidiger Joshua Kimmich, der ständig aufrückte und somit seine Angriffsseite komplett den Mexikanern überließ. Dasselbe gilt für Mats Hummels, der oftmals sich vorne einmischte und somit Jerome Boateng alleine ließ, wie es beim Gegentor von Hirving Lozano der Fall war. Bei dieser Szene eilte ihm sogar einzig ausgerechnet Mesut Özil zu Hilfe.

Auch wenn man Hummels als Übeltäter in dieser Thematik ansehen kann, war es doch wichtig, wie er das Problem angesprochen hat. "Wenn sieben oder acht Spieler offensiv spielen, dann ist klar, dass die offensive Wucht größer ist als die defensive Stabilität. Das fruchtet anscheinend noch nicht so ganz", so der Bayern-Spieler nach dem Spiel laut dem kicker. "Unsere Absicherung steht nicht gut, das muss man sagen - oft waren nur Jerome und ich hinten. So haben sie uns heute gnadenlos ausgekontert."


Die DFB-Spieler sind nun zu Recht alarmiert, wie Hummels andeutet: "Ein Weckruf zu spät. Wir müssen jetzt zwei Spiele gewinnen, sonst war es das mit der WM. Wir hatten gegen Saudi-Arabien eigentlich den Weckruf."


In Anbetracht der hohen Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft ist dies natürlich ein Schock, doch Bundestrainer Jogi Löw stellte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel erneut klar, wie man die Lage derzeit einordnen sollte: "In einem Turnier gibt es solche Widerstände, die müssen wir annehmen. Wir werden jetzt auf keinen Fall auseinander fallen und haben alle Möglichkeiten, das zu korrigieren."