Herber Dämpfer für den Titelverteidiger: Weltmeister Deutschland muss als erstes europäisches Team eine Niederlage bei der WM 2018 hinnehmen. Das Team von Joachim Löw fand gegen offensive und mutige Mexikaner in der ersten Halbzeit kein Rezept gegen den Gegner. Erst in der letzten halben Stunde entwickelte man einen Offensivdrang, der schlussendlich zu spät kam.


Deutschland 0 : 1 Mexiko (0:1 Hirving Lozano 35.)


Germany v Mexico: Group F - 2018 FIFA World Cup Russia

Die deutsche Mannschaft startete im Moskauer Olympiastadion Luschniki mit dem fitten Manuel Neuer, Kimmich, Boateng und Hummels in der Verteidigung. Marvin Plattenhardt vertrat den grippekranken Jonas Hector. Während im Mittelfeld Kroos und Khedira starteten, bildeten Draxler, Özil, Müller und Werner die Offensiv-Reihe. Wie bereits berichtet wurde, blieb WM-Debütant Reus zunächst also auf der Bank. Die Mexikaner starteten unter anderem mit Eintracht-Profi Salcedo in der Abwehr und Ex-Bundesliga-Star Chicharito im Sturm.


Die Partie begann gleich in der ersten Minute furios, indem Lozano, der junge aufstrebende Star im Team der Mexikaner, für Aufruhr im deutschen Strafraum sorgte. Boateng musste in letzter Sekunde in den Schuss des Angreifers springen, um ein frühes Debakel zu vermeiden.

Nur wenige Minuten später schickte Kimmich Timo Werner mit einem Pass in die Tiefe. Der Stürmer von RB Leipzig setzte seinen Schuss zwei Meter neben den Pfosten. Eine muntere Anfangsphase von beiden Mannschaften, lebendig und intensiv geführt.


Die Mexikaner kamen immer wieder zu kleineren Chancen, die allerdings nicht zwingend genug waren, nicht konsequent ausgespielt und zumeist von Manuel Neuer pariert wurden. Nach einer Flanke von Joshua Kimmich erzielte Carlos Salcedo in Minute 16 beinahe ein Eigentor. 


In der 20. Minute kam Timo Werner zum Abschluss, übersah den links besser postierten Julian Draxler. Toni Kroos konnte Ochoa mit einem Weitschuss in der 22. Minute nicht überwinden. Das Spiel war von einer hohen Fehlerquote der DFB-Elf geprägt und so zeichnete sich schon in dieser Phase des Spiels ab, was auf den amtierenden Weltmeister zukommen sollte.


Durch die hoch stehenden Innenverteidiger, mangelnde Zweikampfführung und individuelle Fehler ergaben sich immer wieder Räume für die schnellen und offensiv mutigen Mexikaner. In der 29. Minute stand Neuer Layun noch gegenüber. Fünf Minuten später ließ Plattenhardt, der in der ersten Hälfte überhaupt nicht im Spiel war und auch nicht gesucht wurde, zu viel Raum in seinem Rücken, was beinahe ausgenutzt wurde. 

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Eine Minute später fiel schließlich das 1:0 für die Mexikaner: Hummels machte den Raum frei, Kimmich rückte nicht schnell genug nach, Özil ließ sich im Zweikampf von Lozano ausspielen. Der 22-Jährige, der bei PSV Eindhoven unter Vertrag steht, zog schließlich ab und traf. 


In der 39. Minute lenkte Ochoa einen direkten Freistoß von Kroos an die Latte. Insgesamt agierten die Deutschen gegen die 'Tri' in der Defensive zu sorglos, während das Offensivspiel zu rechtslastig war.

FIFA World Cup 2018 Russia'Germany v Mexico'

Nach einer etwas ruhigeren Anfangsphase der zweiten Halbzeit tauchten Vela und Hernández in der 57. Minute allein vor Boateng auf. Das Duo spielte den Konter zu fahrig zu Ende - Glück für die Deutschen. Das Spiel erfuhr mit der Einwechslung von Marco Reus in der 60. Spielminute eine Wende. Durch die Herausnahme von Khedira stand der amtierende Weltmeister noch höher und drängte die Mexikaner tief in die eigene Hälfte. 


Reus, Draxler, Müller, Werner und Kimmich variierten in der Offensive immer wieder, es kam mehr Zug in das Spiel des DFB-Teams, es entstanden mehr Chancen. Kimmich bediente Kroos in der 76. Minute, der das Tor mit seinem Schuss knapp verfehlte. Ein Schuss von Draxler wurde im Anschluss geblockt. 


Folglich entstanden allerdings wieder mehr Konterchancen für Mexiko, welche wie von Layun in der 78. Minute nicht genutzt wurden. Brandt, der in der Schlussphase den verletzten Werner ersetzte, traf mit einem Fernschuss nur den Außenpfosten. Letzten Endes konnten die Deutschen das Spiel nicht mehr drehen. Man kam zu spät in die Partie und der Offensiv-Drang der letzten haben Stunde reichte nicht mehr aus, um die Niederlage abzuwenden. Gegen die Schweden ist man nun schon unter Zugzwang.