Während der Iran bereits zum vierten Mal an der Endrunde einer Weltmeisterschaft teilnimmt, ist es für die marokkanische Auswahl die erste WM. In einem zerfahrenen Spiel konnte Iran den Lucky Punch setzen und gewann mit 0:1 (0:0).


So begannen beide Nationen: 


Marokko: Munir - Achraf, Saiss, Benatia, Ziyech - El Ahmadi - Amrabat, Bellhanda, Boussafa, Harit - El Kaabi 


Iran: Beiranvand - Rezaeian, Pouraliganji, Cheshmi, Haji Safi - Ebrahimi, Shojaei - Jahanbakhsh, Ansarifard, Amiri - Asmoun


Gleich zu Beginn der Partie zeigte der WM-Neuling klar und deutlich, dass das Ziel ist, die Partie zu gewinnen. Kurz nach dem Anpfiff zog Harit, Spieler vom Bundesligisten​ FC Schalke 04, ab, doch der Ball verfehlte knapp das Tor (2.). Und Marokko machte weiter, so verpasste Ziyech einen perfekten Ball in der Mitte nur knapp (4.) und Belhanda köpfte hauchdünn am Tor vorbei (6.). Die Iraner konnten daraufhin das Spiel ein wenig beruhigen und konnten sogar einen Konter fahren, aus dem jedoch nichts wurde (17.). 

Doch die Iraner kamen nicht wirklich mit dem Druck der Marokkaner klar: nur 57 Prozent ihrer Pässe kamen an den Mann, die Nervosität konnte man ihnen ansehen. Im Strafraum herrschte des Öfteren Chaos. Nach einem Freistoß von Marokko kamen Ziyech, Belhanda und dann auch Benatia zum Schuss, doch die ersten beiden wurden abgeblockt, Iran-Keeper Beiranvand parierte dann (19.). 


Daraufhin plätscherte die Begegnung ein wenig vor sich hin. Immer mal wieder kam Marokko vor das Tor, jedoch ergaben sich keine gefährlichen Chancen mehr. Auch die (wenigen) Konter der Iraner konnten keine Gefahr ausstrahlen - bis kurz vor dem Halbzeitpfiff. Wie aus dem Nichts war Stürmer Azmoun frei durch, verstolperte jedoch den Ball und scheiterte vor dem marokkanischen Torhüter Munir (42.). Es war die erste Großchance der iranischen Auswahl um Nationaltrainer Queiroz und doch setzte sie ein kleines Ausrufezeichen vor der Halbzeit. Im Großen und Ganzen ging die erste Hälfte klar an die Nordafrikaner, doch Marokko konnte nicht in Führung gehen und das wurde kurz vor dem Abpfiff fast bestraft. 

Morocco v Iran: Group B - 2018 FIFA World Cup Russia

Der Schalker Amine Harit (2. v. l) hatte es nicht leicht: Die Iraner hatten ihn in der Defensive auf dem Zettel



Die zweite Halbzeit begann ohne Veränderungen auf beiden Seiten. Zu Beginn verhielten sich beide Mannschaften ruhig und schoben sich den Ball jeweils in den eigenen Reihen so gut es ging hin und her, doch Chancen wurden vorerst von keiner Nation kreiert. Das Spiel verlor an Fahrt und wurde härter, gar ruppig. Immer wieder kam es durch taktische Fouls zu Spielunterbrechungen, die Marokkaner besaßen zwar den Ball und die Iraner lauerten auf Konter, doch beide kamen nicht zu großen Chancen (65.).


Bis kurz vor Schluss. Nach einer Vorlage von Belhanda zog Ziyech ab, doch der Iraner Beiranvand parierte stark. Zu allem Überfluss verletzte sich noch der Iraner Ebrahimi nach einem Luftduell und musste benommen raus (81.). Jahanbakhsh, ebenfalls Iraner und Top-Scorer bei AZ Alkmaar, verletzte sich ebenfalls, jedoch wohl schwerer und wurde mit einer Trage vom Feld gebracht (86.). 

Aufgrund der vielen Unterbrechungen zeigte der Assistent um den türkischen Schiedsrichter Cakir sechs Minuten Nachspielzeit an. Nach einem Foul an einem Iraner kam es in der in der letzten Minute noch einmal zu einem Freistoß. Haji Safi trat an, der Ball kam durch und ausgerechnet der Marokkaner Bouhaddouz, der beim 1. FC St. Pauli spielt, traf mit einem Flugkopfball spektakulär ins eigene Tor. Ein Last-Minute-Treffer, der absolut unerwartet kam, jedoch am Ende die alte Fußball-Weisheit bestätigt: Wer sie vorne nicht macht, kriegt sie hinten rein.