Dass der ​VfB Stuttgart Flügelspieler Carlos Mane trotz zwei schwerwiegender Verletzungen gerne halten würde, ist ein offenes Geheimnis. Nun wagen die Verantwortlichen um Sportvorstand Michael Reschke offenbar einen Vorstoß: Wie die portugiesische Tageszeitung Record berichtet, habe man bereits ein erstes Angebot bei Sporting Lissabon hinterlegt.


2016 verlieh Sporting Lissabon den jungen Carlos Mane an den frisch abgestiegenen VfB Stuttgart, wo er vor allem eine Aufgabe erhielt: Spielpraxis sammeln. Doch nach bereits 19 Partien in der zweiten Liga, in der der 24-Jährige mit sechs Toren und neun Vorlagen für Furore sorgte und sein Potenzial mehr als einmal durchblicken ließ, war aufgrund eines Knorpelschadens im April Schluss.


Nach dem Aufstieg in die Bundesliga hätte Mane im Jahr 2018 eigentlich wieder voll angreifen sollen, doch auch daraus wurde nichts. Kurz nach seiner Rückkehr erlitt er im Mannschaftstraining einen Sehnenriss im Oberschenkel, das Saison-Aus war somit endgültig besiegelt. Über ein Jahr stand der portugiesische U-21 Nationalspieler nicht mehr auf dem Platz, und trotzdem war man beim VfB von Anfang an darum bemüht, ihn irgendwie über die Saison hinaus zu halten.

FC St. Pauli v VfB Stuttgart - Second Bundesliga

  Vor seinem erlittenen Knorpelschaden blühte Carlos Mane (Mitte) im Dress des VfB Stuttgart regelmäßig auf


"Irgendwann werden wir uns mal mit Sporting und mit ihm zusammensetzen und überlegen, welche Möglichkeiten es für eine sinnvolle Lösung gäbe", wurde Michael Reschke im April im kicker zitiert. Allerdings wusste der Sportvorstand schon zu diesem Zeitpunkt, dass das geplante Unterfangen nicht leicht werden würde: "Es ist brutal schwer, zu einer Entscheidung zu kommen. Für den Jungen und für uns als Klub." Zwar ist im Leihvertrag eine Kaufoption über 15 Millionen Euro enthalten, doch aufgrund der Verletzungshistorie des Spielers wirkt diese fast schon utopisch hoch.


Aufgrund der Vorkommnisse in Lissabon in den vergangenen Wochen erweist sich die Lage jedoch als noch schwerer. Nachdem einige Spieler des Tabellendritten der portugiesischen Liga NOS, darunter Ex-Bundesliga Stürmer Bas Dost, auf dem Trainingsgelände von einigen Vermummten attackiert und verletzt wurden, kündigte der 29-Jährige gemeinsam mit Torhüter Rui Patricio, Daniel Podence, Gelson Martins, Bruno Fernandes und William Carvalho sein Arbeitspapier, der Verein droht zu zerfallen. Mane solle daher fest zum Kader der kommenden Saison gehören, doch die Schwaben lassen sich davon nicht abbringen.


Wie Record berichtet, sei bereits ein erstes Angebot über fünf Millionen Euro bei Sporting eingetroffen - was allerdings zu wenig sei. Demnach verlange man mindestens acht Millionen Euro für Mane, der seit 2001 das grün-weiß gestreifte Trikot der Lissaboner trägt. Doch ob der VfB Stuttgart, der in den vergangenen Tagen viele Transfers vermeldete und bereits 17 Millionen Euro in den Mannschaftskader investierte, dazu bereit ist, diese Summe zu zahlen, ist derzeit noch fraglich.